Hamburgs Aktienmarkt muß für die letzte Woche müde und lustlos genannt werden. Kleine Umsätze zu sinkenden Kursen waren die Folge des geringen Kaufinteresses. Von den beiden übrigen Plätzen der britischen Zone wird die lustlose Tendenz bestätigt. So lag z. B. der Kuxenmarkt in Düsseldorf völlig still.

Auch an der Frankfurter und Stuttgarter Börse mußten mehrprozentige Kursverluste in Kauf genommen werden. Eine Ausnahme macht nur München, das bei allerdings bescheidenen Umsätzen einige Verbesserungen buchen konnte.

Verglichen mit anderen führenden Papieren, hat sich die Klöckner-Aktie überall gut behauptet. Die Nachfrage steht im Zusammenhang mit Meldungen, daß das Klöckner-Werk Haspe die Stahlproduktion wieder aufgenommen hat und auch in der zum gleichen Konzern gehörenden Georgsmarienhütte in Osnabrück die Produktipn wieder angelaufen ist.

Einige Hamburger und Frankfurter Notierungen: AEG in Hamburg und Frankfurt 100, BMW in Hamburg Frankfurt 88, Mannesmann Hamburg 145, Frankfurt 143. Rheinmetall-Borsig an beiden Plätzen 97, Siemens Stammaktien Hamburg 109, Frankfurt 107, Stahlverein 96 bzw. 98, Daimler in Hamburg 133, in Frankfurt 138 v. H.

Die Rentenmärkte hatten ein bedeutend lebhafteres Geschäft als die Aktienmärkte. In Hamburg konzentrierte sich zu Beginn der Woche das Interesse auf die Industrieobligationen, gegen Wochenende auf Pfandbriefe und Kommunalobligationen. Die meisten ostdeutschen Pfandbriefe haben sich erholt; seit auch in der britischen Zone der Zinsendienst der Hypothekenbanken vorläufig eingestellt wurde, fällt einer der wichtigsten Gründe fort, die Ostpapiere gegenüber den Westemissionen zu benachteiligen.