Die sinkende Tendenz, bedingt durch die nur zögernde Nachfrage, hielt an allen Aktienmärkten weiter an. Nur das Maß der Rückgänge war verschieden: Hamburg mit 5–6prozentigen Abschlägen steht an der Spitze; Frankfurts Aktienmarkt, mit Verlusten um ? Prozent, zeigt sich etwas widerstandsfähiger. Allerdings haben die Hamburger Kurse jetzt den Tiefpunkt bereits überschritten und zeigen wieder leicht steigende Tendenz, während an den übrigen Börsen die Stagnation noch andauert.

Die Schwerindustrie-Aktien gaben dem Kursdruck am stärksten nach, ein Beweis dafür, daß im Hintergrunde der Unsicherheit neben der Pariser Konferenz die Ruhrdiskussion zu stehen scheint. Auf das geringe Interesse für Montanwerte ist es auch zurückzuführen, wenn sich die Düsseldorfer Börse, die dieses Gebiet besonders pflegt seit ihrer Wiedereröffnung noch nicht recht entwickeln konnte.

Bankaktien sind in Hamburg, im Gegensatz zu Frankfurt, stark zurückgefallen und nahmen auch an der leichten Wochenschlußerholung nicht teil. Reichsbankanteile notierten in Frankfurt zuletzt 105, in Hamburg dagegen nur 99. Die drei Großbanken wurden in Hamburg zu 73 gehandelt, während Frankfurt Kurse von 77 (Commerzbank), 78 (Deutsche Bank) und 80 (Dresdner Bank) meldet.

Während sich die Rentenmärkte Süddeutschlands der Flaute der Aktienmärkte anschlössen, konnten sich in Norddeutschland, vor allem in Hamburg, die meisten Festverzinslichen gut behaupten. Nur einige Industrieobligationen, und zwar wiederum aus der Schwerindustriegruppe, fielen zurück. Reges Geschäft herrschte auf dem Hamburger Pfandbriefmarkt, wo ein erheblicher Teil der umgesetzten. Papiere nicht nur von ostdeutschen Instituten, sondern anscheinend auch aus dem Besitz ostdeutscher Investoren stammt.