Während in Hamburg die Verlautbarungen eng-

lischer und amerikanischer Politiker über den vorläufigen Demontagestopp eine Erholung der Börsenkurse ermöglichten, blieb es in Süddeutschland im allgemeinen bei einer abwartenden Haltung. Eine neue Währungsdebatte wird für die zögernde Tendenz der süddeutschen Märkte verantwortlich gemacht. Die Kursdifferenzen zwischen Hamburg-Hannover einerseits und den drei süddeutschen Börsen anderseits wären daher größer als seit langer Zeit. Auch Düsseldorf, dessen Börsenkurse sich gern der Entwicklung in der amerikanischen Zone anschließen, machte den Kursanstieg Hamburgs nicht voll mit.

Wenn auch in Hamburg gegen Ende der Woche ein leichter Rückschlag zu verzeichnen war. so gingen doch die meisten führenden Aktien mit einem Kursgewinn aus den letzten Schwankungen hervor. Die wochenlang so vernachlässigten Schwerindustriewerte nahmen am Kursanstieg am stärksten teil.

Der Verlust deutscher Auslandsniederlassungen geht weiter. Jetzt sollen die Tochtergesellschaften deutscher Elektrizitätsgesellschaften in Norwegen, allen voran die der AEG, von norwegischen Unternehmen übernommen werden. AEG-Aktien beantworteten diese Meldung mit einem mehrprozentigen Kursverlust. Während sie vor einigen Tagen noch zu 91 gehandelt wurden, sind sie jetzt wieder auf 84 zurückgefallen.

Wenig Kursschwankungen gab es auf den Rentenmärkten. Einige Pfandbriefe ostdeutscher Realkreditinstitute erlitten leichte Kursrückgänge, wie die Deutsche Centralbodenbank (64) und die Preußische Landespfandbriefanstalt (87). Auch der Markt der Industrieschuldverschreibungen zeigt eine stetige Tendenz. An der Umsatzbelebung auf den Aktienmärkten nahm er nicht voll teil. N-ck