Die Hoffnung der Linien, sie werde das beim Volksentscheid über die französische Verfassung verlorene Gelände bei den Wahlen des letzten Sonntags zur Nationalversammlung wiedergewinnen, hat sich nicht erfüllt. Die Katholische Fortschrittspartei hat sich mit 16? Sitzen als die stärkste Partei der neuen Nationalversammlung behauptet und die Kommunisten mit 148 Sitzen auf den zweiten Platz gedrückt. Auch mit den Sozialisten zusammen, werden die Kommunisten in der neuen Nationalversammlung mit 270 Stimmen nicht mehr die Mehrheit besitzen, an der noch weitere 18 Stimmen fehlen. Ob diese Stimmen aus den Kolonien erhältlich sind, steht noch nicht fest. Aber selbst dann bleibt die entsprechende parlamentarische Stellung abhängig von dem Einvernehmen mit den Sozialisten, das in einer Reihe von Fragen nicht als gegeben betrachtet werden kann.

Unzweifelhaft hat sich die Auseinandersetzung, die sich in diesen Wahlen abgespielt hat, über den Rahmen des Parteipolitischen weit hinausgeschoben und auf Fragen grundsätzlicher. geistiger Stellungnahmen erweitert. Um so stärker war offenbar die Antwort weiter Bevölkerungskreise auf die Fragestellung des Vatikans, die in der Formulierung des Papstes zum Ausdruck kam, der die Wahlen in Italien und Frankreich als Entscheidung darüber bezeichnete, "ob die Bürger zweier großer Nationen dem starken Felsen des Christentums vertrauten oder sich in die Allmacht materialistischer Staaten ohne Religion treiben ließen". Vielleicht ist sogar unabhängig von religiösen Motiven die Antwort nicht zugunsten dieser materialistischen Staatsallmacht ausgefallen.