Die katholische Volkspartei ist mit 160 Sitzen als stärkste Partei aus den Wahlen zur französischen Nationalversammlung hervorgegangen. Die Kommunisten stehen mit 146 Sitzen an zweiter Stelle und die Sozialisten folgen mit 115 Sitzen. Am 11. Juni wird die neue Nationalversammlung zusammentreten, um den neuen Ministerpräsidenten und vorläufigen Staatschef zu wählen. Der Führer der Katholiken, Bidault, sprach bezüglich der Regierungsbildung von einer nationalen Union, in der alle Parteien vertreten sein werden.

Die vorläufigen Ergebnisse der in Italien stattgefundenen Wahlen über die künftige Staatsform zeigen eine monarchistische Mehrheit auf in den Provinzen und eine republikanische Mehrheit in den Großstädten. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung stehen bisher die Sozialisten an der Spitze, ihnen folgen die christlichen Demokraten und die Kommunisten.

Der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michael Iwanowitsch Kalinin, ist am Montagvormittag gestorben.

Der englische Außenminister Bevin bereitet einen neuen Plan für Deutschland vor, der auf eine föderalistische Lösung hinausläuft und auch den französischen Wünschen über das Rhein- und Ruhrgebiet Rechnung trägt. Am Dienstag eröffnete er die außenpolitische Debatte im Unterhaus. Auch der südafrikanische Ministerpräsident Smuts sprach sich für ein föderalistisches neues Deutschland aus und empfahl, die bisherige Politik fallen zu lassen und Deutschland in Zukunft nach den Grundsätzen der Vereinten Nationen zu behandeln, da ein menschlich und wirtschaftlich unterdrücktes Gebiet zum Ansteckungsherd für den ganzen Kontinent werden könnte.

Nach Beendigung der Konferenz der Oberhäupter von sieben arabischen Staaten in Anchass bei Kairo ist der Vorsitzende der Konferenz und Regent von Irak, Emir Abdul Illah, nach London gekommen, um bei der britischen Regierung den Standpunkt der arabischen. Herrscher zur Palästinafrage und andern Problemen des Mittleren Ostens zu vertreten. In seiner Begleitung befinden sich der frühere Ministerpräsident Nuri es Said und der minderjährige König Feisal. Fünf arabische Parteien des Hohen Komitees in Palästina haben sich zu einer Einheitsfront zusammengeschlossen; sie fordern, daß die Palästinafrage vor die UNO gebracht werde.

Um den toten Punkt in den Verhandlungen zwischen Persien und Aserbeidschan zu überwinden, bereitet der persische Ministerpräsident Ghavam es Sultaneh eine Umbildung seines Kabinetts vor. Die Kämpfe zwischen Kurden und Truppen der Nationalregierung sind wieder aufgelebt. Eine Kommission aus Vertretern der Nationalregierung und der autonomen Provinz untersucht an Ort und Stelle die letzten Zwischenfälle.

Nach dreimonatiger Amtszeit trat das irakische Kabinett von Tawfik Suwaidi zurück. Emir Abdul Illah, der irakische Regent, beauftragte den ehemaligen Außenminister Arshad el Umari mit der Bildung einer neuen Regierung.