Die Entscheidung der britischen Regierung für Bulkkäufe und gegen Warenmärkte bei Baumwolle und Metallen hatte in Citykreisen Unbehagen hervorgerufen, obwohl die Regierung erklärt hatte, sie würde ihre Entschlüsse von Fall zu Fall fassen. Diesem Entscheid hat sie jetzt in salomonischer Weise Rechnung getragen, indem sie für den Kaffeehandel eine Zweiteilung der Funktionen durchgeführt hat.

Die Käufe für den britischen Konsum bleiben weiter Regierungsangelegenheit, werden also durch Bulkkäufe befriedigt, der Handel aber bekommt Lizenzen für Kaffee-Einfuhren für die Wiederausfuhr und für Verschiffungen von allen südamerikanischen Ländern an Käufer auf dem Kontinent. Da dieses Geschäft für London immer eine wesentliche Rolle gespielt hat, liegt darin ein Versuch, den devisenbringenden Transit wiederaufzubauen und die Stellung des Cityhandels neu zu stärken. Dem Handel ist die Auflage gemacht worden, die Abschlüsse nach Möglichkeit auf Sterlingbasis zu stellen. Es sind auch bereits gewisse Abmachungen, etwa mit Brasilien, gemacht worden, das Pfund als Rechnungsgrundlage für alle Geschäfte des "Sterlingsblocks" zu nehmen.

Bei den Metallen liegen die Preisverhältnisse zum Teil so unübersichtlich, daß der Handel nun versucht, die Regierung von der Notwendigkeit zu überzeugen, einen "Weltmarktpreis" festzulegen – was natürlich nur durch den Funktionsausgleich der Warenmärkte möglich wäre. Zunächst aber bleibt es bei den Bulkkäufen, die sich allerdings zwangsläufig "individualisieren". Für Zinn beispielsweise gibt es vier verschiedene "Weltmarktpreise", die zwischen 300 und 420 Pfund je Tonne schwanken. Das ist ein auf die Dauer recht unbefriedigender Zustand, zumal die Preistendenzen dauernd labiler werden. Das gilt praktisch für alle Metalle. Bo.