vom 13. Juni bis l9. Juni 1946

Die italienischen Wirtschaftsfragen standen als erster Punkt auf der Tagesordnung der Pariser Konferenz der vier Außenminister, die am Montag unter dem Vorsitz des britischen Außenministers Bevin zur zweiten Sitzung zusammentrat. Am Sonnabend hatten sich die Außenminister über die Reihenfolge der zu behandelnden Probleme geeinigt. Es werden nacheinander behandelt werden: Die Friedensverträge mit Italien, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Rumänien; das deutsche Problem, die österreichische Frage, und als letztes auf Ersuchen Molotows die politische Lage Italiens.

Die italienische Regierung hat der Konferenz ein Memorandum über die französisch-italienische Grenze überreicht.

Der amerikanische Außenminister Byrnes hat vor seiner Abreise nach Paris die russische Regierung zu Verhandlungen über eine Anleihe von einer Milliarde Dollar eingeladen. Bei den Besprechungen soll ebenfalls ein endgültiger Abschluß des Pacht- und Leihabkommens erzielt werden.

Ein neues Friedensabkommen für die Zeitspanne zwischen dem gegenwärtigen 15tägigen Waffenstillstand und dem endgültigen Friedensvertrag wurde von Generalissimus Tschiangkaischek und General Tschuenlai, dem kommunistischen Vertreter in Nangking, unterzeichnet. Trotz der Meldungen über einen offiziellen Waffenstillstand laufen noch Berichte über Weiterführung der Kämpfe ein.

Der Militärgouverneur des Saargebiets, Oberst Gilbert Granval, forderte die Saar als französisches Protektorat. Eine Volksabstimmung lehnte er als unpraktisch ab.

Der ehemalige König Umberto hat Italien vorige Woche verlassen und ist in Lissabon eingetrofen. Das Eigentum der italienischen Königsfamilie wird unter Treuhandverwaltung gestellt.