Positive und negative Einflüsse halten sich an den deutschen Börsen augenblicklich die Waage Zu den günstigen Momenten gehört die Erweiterung des Interzonenhandels; zwischen der russischen und amerikanischen Zone, die auf der Berliner Konferenz beschlossen wurde und nicht nur an den süddeutschen, sondern auch an den norddeutschen Börsen die Aktienkurse günstig beeinflußte. Sie bildet das Gegengewicht gegen die vorsichtige und abwartende Haltung angesichtder, neuen Pariser Verhandlungen. Die Umsätze sind noch mehr geschrumpft als bisher. Ariel führende Aktien werden vielfach nur mit kleinen und kleinsten Beträgen umgesetzt.

– Der Kurs-Trend ist leicht nach oben gerichtet... der Kursverfall – wenigstens vorläufig zum Stoppen gebracht. Einige führende Schwerindustriewerke, noch vor einer Woche stark vernachlässigt. verbesserten sich um; mehrere Punkte. Rheinmetall-Borsig erreichten „in Hamburg 72 nad-65, Rheinische Stahlwerke 95 nach 90. Vereinigte Stahlwerke schlossen zu 77 (nach 73), Mannesmann-Stammaktien fielen dagegen von 127 auf 124 zurück.

Die Schultheiß-Aktie hat in Hamburg eine Sonderbewegung hinter sich. Innerhalb weniger Tage fiel sie von 80 auf 65 zurück, um erst zuletzt 67 1/2 v. H. wiederzugewinnen. In Frankfurt und München werden Schultheiß-Aktien dagegen immer noch zu 79 bzw. 80 gehandelt.

Auf dem Rentenmarkt haben einige Ostpfandbriefe Rückgänge erlitten: So fielen Pfandbriefe der Meininger Hypothekenbank auf 55, der Preußischen Zentralstadtschaft auf 51 und der Deutschen Centralbodencreditanstalt auf 56 1/2. Kommunalobligationen und Industrieschuldverschreibungen blieben genau wie die meisten Westpfandbriefe unverändert. -ck.