In der russischen Besatzungszone sind die neuen Preise für Zigaretten mit 45 Pf. je Stück, bei Verwendung von reinem Orienttabak, und 16 Pf. je Stück, bei Verwendung von deutschem Tabak, festgesetzt worden. Zigarren kosten, bei Verwendung von Papierblättern, zwischen 50 Pf. und 1,20 RM, bei Verwendung von überseeischen Tabaken zwischen 1,50 und 4 RM das Stück. Tabak soll 130 RM je kg Feinschnitt kosten.

Die frühere 4-Pf.-Zigarette kostet nach der Verbrauchssteuer-Erhöhung jetzt in der britischen Zone 16 Pf. Für Zigarren und Pfeifentabak sind die Preise, noch nicht endgültig festgesetzt. Man rechnet damit, daß die 10-Pf.-Zigarre auf 1 RM kommt.

Die westfälische Provinzialregierung hat bei der Militärregierung um eine Ermäßigung der Tabaksteuer auf 70 v. H des Kleinstverkaufspreises gebeten, mit der Begründung, daß ohne eine solche Ermäßigung etwa 60 000 Zigarrenarbeiter allein in Westfalen nach Schließung der Fabriken erwerbslos werden müßten.

Das Werk Dänischburg der Firma Villeroy & Boch hat über 1 Mill. Stück Gebrauchsgeschirr fertig auf Lager; die Belieferung, die bisher nur an die Bergleute ging, wird demnächst auf die übrige Bevölkerung ausgedehnt werden. Das Werk beschäftigt zurzeit 500 Arbeiter, das ist die Hälfte des Friedensbestandes; die Friedensproduktion erstreckte sich im wesentlichen auf Kacheln.

– Als Voraussetzung für die Währungsregelung forderte Generalmajor Draper, der Chef der Wirtschaftsabteilung der amerikanischen Militärregierung, die Schaffung einer zentralen deutschen Finanzverwaltung. Er sprach sich ferner für die Festsetzung des Außenwertes der Reichsmark aus, damit Deutschland wieder exportieren, könne, und für die Beseitigung der Zonengrenzen, die nie als Wirtschaftsgrenzen gedacht gewesen seien.

Der Vorsitzende der Europäischen Inlands-Transport-Organisation (ECITO) fordert die Einführung einer „Tarifmark“ für die Abrechnung der im Transitverkehr durch Deutschland entstehenden Frachten; weil sich bisher das Fehlen eines Auslandskurses für die Reichsmark störend ausgewirkt hat.

Die USA-Militärregierung wird im Laufe dieses Jahres rund 500 000 Festmeter Holz als Gegenwert für Lebensmitteleinfuhren exportieren.