Dem Brief eines dänischen Kaufmanns, der uns von befreundeter Seite zur Verfügung gestellt wird, entnehmen wir folgenden Auszug:

„...Es hat sich ja leider vieles geändert. Wenn das Reisen erlaubt wäre, hätte ich wohl Lust, Hamburg zu besuchen, um in den Trümmern alte Geschäftsfreunde aufzusuchen; aber machen wir es lieber umgekehrt. Besuchen Sie uns, sobald eine Möglichkeit gegeben ist.

...Wir Geschäftsleute warten darauf, daß das Geschäft mit Deutschland freigegeben wird. Unsere Fabrik (es handelt sich um ein Werk der Lebensmittelerzeugung, Bemerkung der Redaktion) haben wir am 1. Januar dieses Jahres schließen müssen, weil unsere Läger überfüllt sind. Vielleicht beginnen wir nächste Woche für finnische Rechnung, haben aber unendliche Schwierigkeiten zu überwinden. Es gehen hier im Lande unendliche Nährwerte verloren, ein trauriges Zeichen der Zeit. Aber schließlich können wir doch nicht alle Produkte verschenken. Wir brauchen Kohle, Eisen, Chemikalien und viele andere Produkte, die so leicht aus Deutschland zu beschaffen wären, ohne die alliierten Interessen zu schädigen.

...Die dänischen Kühlwagen, die Sie sehen, fahren wohl fürs Rote Kreuz oder ähnliche Institutionen. Wenn es wirklich losgeht, dann würden Sie dort zehnmal soviel dänische Autos sehen.

...Machen Sie nur Stimmung dafür, daß Deutschland normale Geschäftsbeziehungen braucht, damit wäre schon viel gewonnen. Wir warten auf baldige Änderung.“