Rationelle Landwirtschaft“ war eine Parole, die in Deutschland noch in schlimmer Erinnerung steht. Was keinen unmittelbaren Nutzen brachte, galt nicht. Was „überflüssig“ schien, mußte weg. In der Forstwirtschaft schwor man damals auf die trostlosen „Kiefernfabriken“; es dauerte lange, ehe man sich von der gleichhohen Rentabilität des Mischwaldes und des Plänterbetriebs überzeugt hatte. In der Landwirtschaft begradigte und beseitigte man, was scheinbar lediglich von malerischem Wert war: Buschwerk und alte Einzelbäume. Hecken und Wiesentümpel. „Und also wird mit vieler Kunst. / die Feldmark regelrecht verhunzt“ – dichtete damals Hermann Löns.

Der Heimatschutz und die Naturdenkmalspflege, konnten doch nur vorübergehende Erfolge erzielen. Ernst wurde es erst, als man begriff, daß die mit der Rationalisierung der Natur verbundene. Störung, ihrer biologischen Harmonie auf lange Sicht immer schwerere wirtschaftliche Verluste bringen würde. In Deutschland ziemlich allgemein durchgesetzt, scheint diese Erkenntnis anderswo noch umstritten zu sein. Dem „Observer“ entnehmen wir die folgenden Zeilen von Sir W. Beach Thomas über den Schutz der „Knicks“ die der englischen Landschaft in weiten Teilen ebenso das Gepräge geben wie unserer niederdeutschen Tiefebene;

„Ein Verteidiger des ländlichen England mag wohl in Unruhe geraten, wenn er befürchten, muß, daß die Zeit der Knicks vorüber, ist. Ist. sie es wirklich? Eine oft gehörte Lehrmeinung verlangt, die Ersetzung der geschlängelten Knicks durch gradlinige Drahtzäune, weil nur so der modernen, motorisierten Landwirtschaftstechnik. Rechnung getragen werde. Möglicherweise wird, sie sich hier und da durchsetzen, aber ihre Ansicht, ist keineswegs allgemein. Besonders in den Weidebezirken der Midlands, wo der Schwarzdorn, ebenso beliebt ist. wie der Weißdorn, und überhaupt im Westen wird sie abgelehnt. – Die feine Kunst, eine zu dünne; oder zu üppige – Hecke richtig zu ziehen, ist in manchen Landkreisen halb verlorengegangen, obwohl landwirtschaftliche Wanderlehrer dazu, mit?! geholfen haben, sie wieder zu verbreiten. Die Landarbeiter haben dabei sogar nur wenige Meilen: von London noch ihre Freude daran, sich selbst, ihre Haselruten in der Hecke zu schneiden Schlimme Vandalen aber sind die Männer, vom Straßenbau, Fast jede Landstraße hat sich zu ihrem Nachteil verändert. Die Hecken sind so radikal beschnitten, worden, daß sie manchmal kaum noch zu ahnen, sind und keinerlei Schutz für das Weideland bieten können. Im allgemeinen, ist ein so weitgehender Schnitt auch wegen des Trockenhaltens der Straße nicht gerechtfertigt. Wohl aber gehen die Knicks dabei ein, und schließlich muß ihre Lebensfülle dann durch Stacheldraht ersetzt werden. England wird weniger England sein, wenn diese neue Roheit sich weiter ausbreiten darf.“ M–ll.