Nach der vorübergehenden Entspannung auf der Außenministerkonferenz in Paris, die durch die Einigung in den Fragen Triest und der Festsetzung des Termins der Friedenskonferenz eingetreten war, sind durch die starre Haltung des russischen Außenministers Molotow neue Schwierigkeiten aufgetreten. Molotow verlangte die Festsetzung einer Geschäftsordnung für die Friedensverhandlungen, bevor die Einladungen an die 21 Nationen abgesandt werden, und ferner weigerte er sich anzuerkennen, daß China mit zu den einzuladenden Mächten gehören soll.

Am Montag begann im amerikanischen Repräsentantenhaus die Schlußdebatte über die Annahme des Gesetzes für die Englandanleihe, deren Dauer auf vier Tage angesetzt ist. Vor Beginn der Debatte richteten Präsident Truman und Außenminister Byrnes eine Botschaft an die Abgeordneten, in der sie sie zur Annahme des Gesetzes aufforderten.

Die Annahme der langfristigen Vorschläge der britischen Regierung für die Unabhängigkeit Indiens wurde vom Allindischen Ausschuß der Kongreßpartei mit 204 gegen 51 Stimmen beschlossen. Das Ziel der Kongreßpartei ist, nach den Worten des neuen Präsidenten Pandit Nehru, die Errichtung einer von fremden Einflüssen völlig freien indischen Republik.

Auf die Erklärung Präsident Trumans, 100 000 jüdischen Einwanderern nach Palästina finanzielle und technische Unterstützung zu gewähren, antwortete das Höhere Arabische Palästinakomitee, daß eine Entscheidung über Zukunft und Schicksal des arabischen Landes nicht in der Macht des Präsidenten der Vereinigten Staaten liege. Wenn er so große Sympathien für die Juden hätte, solle er den amerikanischen Kontinent für sie öffnen.

Der griechische Ministerpräsident Tsaldaris kam am Sonnabend von Paris in London an, wo er Besprechungen mit Ministerpräsident Attlee, Unterstaatssekretär McNeil, Staatsminister Noel Baker, Lord Alexander und Schatzkanzler Dalton hatte, die sich auf ein neues griechisch-englisches Handelsabkommen und den Neubau der griechischen Flotte auf englischen Werften bezogen.

In einem Memorandum lädt die Arabische Liga die britische Regierung zu Verhandlungen über ein Abkommen ein, das den gegenwärtigen Status Palästinas durch eine auf den Grundsätzen der Vereinten Nationen aufgebaute Neuregelung ersetzen soll.

Nach den Vorschlägen des Kommunisten Gottwald ernannte der Präsident der Tschechoslowakischen Republik, Benesch, das neue Kabinett. Gottwald erklärte der Verfassunggebenden Nationalversammlung, als er ihr das neue Kabinett verstellte, daß die neue Verfassung alle Macht in die Hände des Volkes geben werde. Die künftige Festigung der tschechoslowakischen Sicherheit sei die Hauptaufgabe der Außenpolitik. Hierzu gehöre eine dauernde Verbindung auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet mit Großbritannien und den, USA sowie ein dauerhaftes Bündnis mit der Sowjetunion.