Es dürfte allgemein bekannt sein, daß offene Stellen nur mit Genehmigung des jeweils zuständigen Arbeitsamtes besetzt werden können, d. h. jeder Arbeitnehmer muß dem Arbeitgeber zugewiesen werden Diese Verfügung erleichtert zwar nicht gerade das geschäftliche Leben, aber sie ist in Anbetracht der notwendigen Lenkung des Arbeitseinsatzes durchaus zu verstehen.

Unverständlich werden die Dinge erst, wenn beispielsweise das Landesarbeitsamt Westfalen-Lippe „auf Grund des Kontrollrat-Befehls Nr. 3 Ziffer 16 vom 17 1. 1946 und kraft Ermächtigung der Militärregierung“ verordnet, daß Zeitungen, Fachblätter usw. Anzeigen über offene Arbeitsstellen nur dann veröffentlichen dürfen, wenn der Auftraggeber nachgewiesen hat, daß er die für die Veröffentlichung vorgesehene Stelle seinem zuständigen Arbeitsamt gemeldet hat. Arbeitsgesuche aller Art dürfen im Bereich des Landesarbeitsamtes Westfalen-Lippe nur veröffentlicht werden, wenn das für den Wohnort des Auftraggebers zuständige Arbeitsamt vorher seine Zustimmung erteilt hat

Ärger geht’s nicht mehr. Fraglich ist nur, zu welchem Zweck eine solche Verordnung überhaupt erlassen wird. Wenn die Einstellung eines Arbeitnehmers nur mit Genehmigung des zuständigen Arbeitsamtes möglich ist, dann erscheint es als Bürokratismus, daß vor Aufgabe eines Stellenangebotes erst noch die schriftliche Bestätigung des Arbeitsamtes eingeholt werden muß, um die Stelle ausschreiben zu können.

Wir ersticken ja förmlich im Formalismus, und es dürfte höchste Zeit sein, daß durch die neuen Ämter endlich einmal „frischer Wind aus Kanada“ weht. Schließlich sind Publikum und Wirtschaft nicht für die Behörde, sondern die Behörde ist immer noch für das Publikum da. G. T.