Ein Wechsel zwischen Optimismus und Pessimismus– der Einfluß der Pariser Außenministerberatungen zum Thema „Deutschland“ – bestimmt augenblicklich die deutsche Börsenentwicklung. Allerdings sind die Kursausschläge jetzt bedeutend geringer als etwa vor einem Vierteljahr. Auch diesmal gingen die Schwankungen durchweg über 2 v. H. nicht hinaus. Eine gewisse Ermüdung kam stärker in den Umsatzrückgängen zum Ausdruck, die auch mit dem Steuertermin am 10. Juli zusammenhängen mochten. Darauf läßt jedenfalls eine Wiederbelebung in den letzten Tagen dieser Woche, also nach Ablauf der Steuerfrist, schließen.

Ein Vergleich zwischen Hamburg und Frankfurt zeigt, daß die Zahl der Aktienkursnotierungen, aber auch die der umsatzlosen Papiere in Hamburg kleiner ist als in Frankfurt. Die Umsatzsumme ist dagegen mit durchschnittlich 100 000 Mark je Tag in Frankfurt erheblich geringer. Stuttgart ist der Markt der Geldnotierungen. Es weist stets eine lange Reihe von Kursnennungen – besonders für kleinere südwestdeutsche Unternehmen – auf, ohne daß sich Verkäufer finden. Umgekehrt ist der Düsseldorfer Markt – vor allem der Kuxenmarkt – stets durch eine Reihe von Briefkursen ohne Umsätze gekennzeichnet.

Einige Hamburger Aktienkurse: AEG 79, BMW ebenfalls 79, Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank 64, Reichsbankanteile 90, Hansamühle 132 1/2 (das Papier hat einen stärkeren Kursgewinn hinter sich: es notierte in der Vorwoche noch 126. Auch umsatzmäßig stand es – wie überhaupt die Lokalwerte – einige Tage im Vordergrund). Auch Phrixwerke zogen an: 89 1/2 lautete der Kurs nach 85 in der Vorwoche. Andere Aktien, wie Rheinische Stahlwerke (97), Mannesmann (129), Siemens Stamm (108) und Schering (112), blieben fast unverändert. Rheinische Braunkohlen erschienen wieder im Markt und erreichten 218, nachdem sie zuletzt, am 25. Juni, zu 206 gehandelt worden waren.

Auf dem Rentenmarkt fand die Hausse der Ostwerte ihr Ende. Augenblicklich sind die Abweichungen zwischen der Kursentwicklung der Pfandbriefe und der Kommunalobligationen interessant. Die Pfandbriefkurse haben größtenteils einige Punkte verloren, die Kommunalobligationen dagegen gewonnen. Nur zwei Beispiele: Deutsche Centralboden-Pfandbriefe fielen von 73 auf 70, die Kommunalobligationen des gleichen Instituts stiegen von 65 auf 68; Pfandbriefe der Meininger Hypothekenbank notieren 69 (nach 72), ihre Kommunalobligationen 66 (nach 64). –ck.