Bis auf die USA besitzt keine politische Macht der Erde in ihrem Mutterland ausreichende Ölquellen. Alle Staaten sehen sich daher gezwungen, überall dort, wo Öl gefunden wird, rechtzeitig Konzessionen zu erwerben. Auch die Vereinigten Staaten können sich in dem Wettstreit um Erschließung von Erdölgebieten nicht ausschließen, da die Förderung im Inland dem starken Verbrauch der vollkommenen Motorisierung nicht nachkommt.

Politik beherrscht die Erdölfrage. Deshalb beteiligt sich Kapital der offiziellen Stellen eines Staates an den Ölgesellschaften, die den Markt beherrschen. An der Anglo-Iranian Oil Co. ist die britische Regierung mit 56 v. H. des Aktienkapitals beteiligt, in den USA gelten die Ölgruppen als Public utility", was besagt, daß der Staat die Unternehmungen für lebenswichtig hält und notfalls auch zu unterstützen bereit ist.

Das Fortschreiten der Motorisierung sowie die Erfindung, aus Öl synthetische Preßmasse herzustellen, zum Beispiel Flugzeugkanzeln, fordern eine ständige Steigerung der Förderungskapazität. Damit wird die Frage laut, wie lange die Vorräte an Erdöl den nodernen Erfordernissen gerecht werden. Ist die Welt gezwungen, sich auf synthetisch erzeugte Produkte umzustellen oder reicht der Weltvorrat, bis die Kraftstoffe durch eine neue Kraftquelle abgelöst werden, die sich in der Ausnutzung der Atomkernenergie anbahnt?

Bisher erwiesen sich alle Befürchtungen, daß die Erdölvorräte in absehbarer Zeit erschöpft würden, als unzutreffend. In neuester Zeit wurden viele Quellen entdeckt, die noch der Ausbeutung harren. Die Geologen sagen übereinstimmend aus, daß in Betrachtung der Erdschichtung noch weitere ölhöffige Gebiete zu entdecken sein werden, mögen sie auch verkehrstechnisch ungünstig liegen und daher erst dann nutzbar gemacht werden können, wenn die bekannten Lager in ihrer Produktionskraft nicht mehr ausreichen sollten. Die Frage, wann die ergiebigen Felder der USA versiegen, hängt von vielen; heute ungeklärten Bedingungen ab. Die Schätzungen gehen zu weit auseinander.

Bisher konnte die Ölförderung noch immer die Nachfrage befriedigen. Eine Zahlenübersicht wird das Productionsbild veranschaulichen.

Der Anteil der einzelnen Länder, an der Förderung wird die Verteilung der Erdölfelder über den Erdball und gleichzeitig die Einflußsphären der Großmächte auf dem Weltmarkt darlegen können.

Vier Länder der Erde führten die synthetische Herstellung im großen ein: die Dreierpaktmächte und England. Bei den ersteren ging es darum, im Kriegsfalle unabhängig von der Naturölproduktion zu sein, die zweifellos nicht im Bereich der Länder Deutschland, Japan und Italien lag. In England machte das durch Hydrierung erstellte Benzin 4 v. H. des Gesamtverbrauchs aus. Nicht Kriegs-Vorbereitungen bewegten England, sondern ein Problem auf völlig anderer Basis: Die Kohlenförderung war damals so angestiegen, daß das Angebot die Nachfrage bei weitem überwog.