Pleutschland ist einmal das Land einer fortschrittlichen Pädagogik gewesen, zumindest stand es darin Immerhin mag die Eröffnung der Münchner Jugendbuch Ausstellung ein neuer Anfang sein. Unsere Mitarbeiterin Tami Oelfken leitete zu jener Zeit nach den neuen pädagogischen Erkenntnissen eine eigene Schule, deren Methodik sie in einem noch unveröffentlichten Buch niederlegte, dem unsere "Meine Schule war vom Atem der Freiheit durchweht. Jahrzehntelang arbeitete ich an meinem Werk, dem ganzen Inhalt meines Lebens. Im August des Jahres 1934 aber wurde die Schule an einem Montag verboten und ich durch eine Postkarte angehalten, dem Herrn Schulrat zu Berlin Wilmersdorf bis zum Dienstagmittag die Umschulung meiner Zöglinge in normale Schulen ordnungsgemäß anzumelden. Man bezichtigte mich russischer Umtriebe; Herr Kube, damals ein großer Mann, empörte sich über meine judenfreundliche Gesinnung. In meiner Schule saßen Juden und Christen tatsächlich friedlich nebeneinander Ich hatte meine Schule mit dem Motto begonnen: Besser ein offener Kopf als ein voller Kopf! Im nächsten Jahr änderte ich es um: Was wir werden wollen, das wissen wir noch nicht; aber daß wir werden, Mit diesem Satz ist eine pädagogische Welt umschlossen, die dem Sinn der Erziehung entspricht. Natorp stellt die Wuchskraft der Seele über alles Wissen. Ich habe versucht, ihm zu folgen. Das Ziel der Oberlehrer ist der gehorsame Bürger, mein Ziel war der freie Mitmensch. Denn ich glaube nicht, daß das Leben da draußen etwas sei, gegen das wir uns mit Waffen und Rüstzeug des Geistes zu versehen hatten, wie es gefährlich und voller Tücken ist — nein, ich glaube, daß wir es sind, die jede Stunde unseres Lebens eben dieses Leben neu gebären und daß es so sein wird, wie wir es machen. Was wir aus der Wuchskraft Zeichnungen, Photos und Texte entnommen sind. Tami Oelfken erzählt: und freuten sich des gemeinsamen Lebens. wissen wir! unserer Seelen denken, formen und leben, das ist das Leben