Üie Hoffnung auf eine Überwindung wenigstens der westlichen Zonengrenzen hat der Börse einen Auftrieb gegeben, wie er seit langer Zeit nicht mehr erlebt wurde. Nicht nur, daß die Umsätze allein in Hamburg mehr als 3 5 Mill. RM wöchent lieh erreichten und die Zahl der gehandelten Papiere beträchtlich stieg, auch die Kursentwicklung war steil nach oben gerichtet. Keine der führenden Aktien schloß die Woche mit einem Gewinn unter 10 Punkten. Allerdings wurden nicht überall die höchsten Kurse gehalten.

Das Papier mit dem höchsten Kurs, die Rheinische Braunkohlen Aktie, erreichte in Hamburg nach 17proz Gewinn 235 Proz. Je 12 Proz. Kursanstieg erzielten die Vereinigten Stahlwerke (9l) und die Rheinischen Stahlwerke (109). Den Rekord unter den Kursgewinnen hält mit einem Anstieg von über 20 Proz die Mannesmann Stammaktie, nach 129% notiert sie 150; auch andere Aktien erzielten überdurchschnittliche Gewinne: zum Beispiel AEG m t 92 nach 79, BMW mit 93 nach ebenfalls 79, Daimler mit 152 nach 135 lz und schließlich Schering mit 128 nach 112. Siemens Stammaktien verbesserten sich um 11 Punkte auf 119, die Vorzugsaktien der gleichen Gesellschaft von 102 auf 114. Auch die Lokalwerte schlössen zu stark erhöhten Kursen: so Hansa Mühle zu 142 nach 132Va; Phrixwerke überschritten nach längerer Zeit zum erstenmal wieder die Parigrenze: sie notieren 103 nach SS 1Bankenmarktes lauten: Reichsbankanteile 99 (nach 90), Commerzbank 74 (nach 64 G), Deutsche Bank 71 (nach 64) und Dresdner Bank 74 (nach 64). Auch auf dem Industrieobligationenmarkt sind einige bedeutende Kursgewinne zu verbuchen. 4proz. AEG Obligationen von 1942 notieren zur Zeit 72 (nach 6l), die 4Vaproz. AEG Obligationen 72 (nach 62 12) und schließlich die 5proz. Obligationen der AEG 72 (nach 62). Die 4proz. HEWSchuldverschreibungen von 1941 erreichten 112 nach 104 12. Die iVaproz. Krupp Obligationen gewannen 5 Punkte und notieren 55 und sogar die 4proz, Deutsche Waffen zogen von 36 auf 42 J2 an.

Geringer sind die Kursänderungen auf dem Pfandbriefmarkt. Die meisten Ostwerte gewannen einen Punkt (Deutsche Centralboden 71 nach 70, Preußische Centralboden 70 nach 69 und Meininger Hypothekenbank 70 Yz nach 692). Westpfandbrtefe werden wiederum unverändert notiert. Das im Staate Utah von der USA Regierung mit einem Kostenaufwand von 200 Mill. Dollar errichtete Stahlwerk ist zum vierten Teil dieses Betrages an die U. S, Steal Corp, verkauft worden. Die spanische Regierung hat die Absicht, die gesamte Weizenernte dieses Jahres anzukaufen und Überschüsse gegebenenfalls zu exportieren. Argentinien eröffnet Spanien einen Lebensmittelkredit von 30 Mill. Pesos.

Ägypten beabsichtigt den Aufbau einer chemischen Industrie, die auch Kunstseide herstellen soll. Die norwegische Regierung will mit einem Aufwand von 240 Mill. Kronen ein Eisenwerk im Norden des Landes errichten.

Ein Wirtschaftsabkommen zwischen Frankreich und Ungarn, das beiderseitige Lieferung im Wert von 150 Mill. Franken vorsieht, ist abgeschlossen worden.

Aus den Strohüberschüssen, die Holland für die nächsten Jahre erwartet, soll die Produktion an Papier und Kunstseide wesentlich verstärkt werden.