Die Gablonzer Bijouteriewarenherstellung hat ihren alten Stammplatz aus Nordböhmen zum Teil im Zuge der Umsiedlung verlassen und ist mit Teien im Begriff, neue Produktionsmöglichkeiten in Bayern zu suchen, während andere Teile, in Gotha und in Schleswig-Holstein untergezogen sind. Leider ist auch in Bayern keine gebietliche Konzentration erfolgt. Ein Teil dieses wertvollen Industriezweiges hat Aufnahme in Kaufbeuren gefunden, ein weiterer in Warmensteinach (Oberfranken). Die Bayreuther Behörden bemühen sich, dem im wesentlichen Teil in Heimarbeit herstellenden Erwerbszweig zu helfen, beim Aufbau zweckdienlicher Erzeugungswerkstätten behilflich zu sein und die Wohnfrage zu lösen. Geplant ist eine Neubausiedlung, die mit Unterstützung der bayrischen Staatsbehörden erstellt werden soll.

Eine Erzeugungsgesellschaft, die Firma Glas- und Schmuckwaren-Industrie Warmensteinach, stellt Gabionser Waren her, so z. B. Glasknöpfe in vielfältigen Sortimenten und Farben. In Warmensteinach Oberwarmensteinach und Fichtelberg sind Glasdrucköfen in Produktion gestellt. Die Einrichtung verschiedener Veredelungsbetriebe, Schleifereien und Malereien sowie Werkzeugschlossereien zur Herstellung von Handwerkszeug läßt die Tatkraft und den Lebenswillen der verpflanzten Spezialindustrie erkennen. Gablonzer Glas und Bijouterien, die bis zu 90 v. H. exportiert wurden, werden auch weiterhin ihren Weg ins Ausland finden – ob allerdings jemals wieder in dem Umfang wie zu früheren Zeiten, bleibt dahingestellt.

H. Th.