Von der nächsten Zuteilungsperiode an werden die Lebenamittelrationen in zunehmendem Maße erhöht werden – so hat Dr. Schlange-Schönningen auf einer Tagung in der Nordrheinprovinz kürzlich erklärt.

Diese Ankündigung wird unterstrichen durch verschiedene Äußerungen von britischer und amerikanischer Seite. – Auf der Monatssitzung der britischen Zivilbeauftragten, an der auch Minister Hynd teilgenommen hat, wurde über weitere Lebensmittellieferungen "zur Erhöhung der gegenwärtigen Rationen" gesprochen. – Für die amerikanische Zone ist, von der 11. Zuteilungsperiode an, eine Erhöhung der Normalverbraucherration auf 1550 Kalorien angekündigt, wobei zwei Karten aufgegeben werden sollen, nämlich eine Karte für die aus deutschen Lieferungen kommenden Lebensmittel und eine Sonderkarte für solche Lebensmittel, die aus Zufuhren der Alliierten stammen. – Generalmajor Draper, der Chef der Wirtschaftsabteilung bei der USA-Militärregierung, ist der Ansicht, daß es mit Hilfe eines umfangreichen Exportes deutscher Fertigwaren gelingen werde, die Bezahlung der einzuführenden Lebensmittel und Rohstoffe sicherzustellen. Bisher habe einer Einfuhr von 200 Millionen Dollar nur eine Ausfuhr im Werte von 5 Millionen Dollar gegenübergestanden; man werde aber jetzt Lieferungsverträge über die Ausfuhr von Fertigwaren über 15 bis 20 Millionen Dollar abschließen können. – Ein höherer amerikanischer Offizier, der auf einer Pressebesprechung beim Alliierten Kontrollrat sprach, hat die Möglichkeit, höhere Rationen in den westlichen Zonen auszugeben, gleichfalls damit begründet, daß nach der wirtschaftlichen Vereinheitlichung mindestens der beiden Westzonen genügende Exportmöglichkeiten zum Einkauf von Lebensmitteln gegeben seien.

Nach dem Fortfall der aus Steuermitteln gegebenen Subventionen zur Verbilligung von Lebensmitteln, insbesondere Brot, sind Ende Juli die Brotpreise neu geregelt worden. Die Subventionen betrugen durchschnittlich 4 Pfennige je Kilo. Da nun aber die Verarbeitungs- und Handelsspanne auf der ganzen Linie gesenkt worden sind, wirkt sich die Verteuerung für Roggenbrot nicht annähernd im gleichen Maße aus, während bei dem bisher preislich benachteiligten Weizenbrot sogar eine Preisermäßigung zustande gekommen ist

Auch im Fischhandel und in der Fischverarbeitung sind die Preisspannen neu festgesetzt worden, vorwiegend derart, daß sie jetzt nicht mehr in prozentualen Zuschlägen, sondern in fixen Sätzen berechnet werden. Gleichzeitig wurden die Preise für Importware erheblich (bei Heringen um volle 50 Prozent) ermäßigt. n. f.