An "Displaced Persous" werden in Deutschland, nach Schätzungen der UNRRA,Ende 1946 noch 300 000 Polen sein, ferner 80 000 Juden, 60 000 Russen, 24 000 Jugoslawen und 60 000 Angehörige verschiedener Nationen. Insgesamt beträgt die Zahl der in Lagern (in und außerhalb Deutschlands) untergebrachten "D. P." jetzt etwa 830 000. – Die USA wollen 100 000 bis 120 000 "D. P." aufnehmen. Brasilien will 100 000 Einwanderer aufnehmen, Frankreich "mehrere tausend".

Im neuen hessischen Etat sind die Besatzungskosten mit 332 Mill., die Kosten für die Flüchtlingsversorgung mit 190 Mill. RM angesetzt, bei insgesamt 1,29 Milliarden Ausgaben. Man hofft, mit 8 RM je Kopf und Woche für Flüchtlingsversorgung auskommen zu können. – Hessen führt eine "Landeslotterie" durch; die erste Ziehung erfolgt Anfang Oktober.

Thüringen dehnt die Sozialversicherungspflicht jetzt auch auf "Landwirte" aus. Die Beiträge sollen nach dem Einheitswert der Betriebe und nach der Zahl der beschäftigten Arbeitskräfte gestaffelt werden.

Das Zentralamt für Wirtschaft soll in Kürze die Exekutive für weitere Wirtschaftszweige übertragen erhalten, nämlich für das Handwerk und für die "Leichtindustrie" sowie für die Papier- und Druckerei-Industrie und die Industrie der plastischen Massen.

Gewerkschaftsvertreter forderten in Mannheim "drakonische Strafen" – bis zur Todesstrafe – gegen Wucher, Schleich- und Schwarzhandel.

Auf 300 000 Facharbeiter wird der zusätzliche Bedarf der Sowjetzone veranschlagt, wenn die aus Rußland kommenden Rohstofflieferungen voll anlaufen. 60 000 Facharbeiter braucht allein die Sächsische Textilindustrie, die jetzt "reichlich" mit Rohstoffen versorgt ist, um die Kapazitäten voll auszunutzen.

"Die Geräte sind nicht zu gebrauchen und im Preis unerschwinglich" – so urteilte E. Hoernle, der Präsident der landwirtschaftlichen Zentralverwaltung für die sowjetische Zone, über die Erzeugung von "Mangelgerät" für die Bauern des Zonenbereich".