In Frankreich selbst steigt die Welle der Preise immer höher an. Der auf der Basis von 1938 ( = 100) errechnete Großhandelsindex, der Ende 1944 erst 250 betrug, ist von 462 im Februar auf 526 im April und 622 Ende Mai gestiegen. Der Kleinhandelsindex von 481 im April auf 544 im Mai; maßgebende dafür waren die Preiserhöhungen für Lebensmittel, während Industrieprodukte, Tarife und Mieten bisher einigermaßen stabil geblieben und erst nach dem Mai "nachgeholt" worden sind. Ein erheblicher Teil der Umsätze an Verbrauchsgütern aller Art erfolgt aber am schwarzen Markt, bei Preisen, die mindstens das Dreifache der regulierten ausmachen.

Neuerdings will die französische Regierung mit drakonischen Maßnahmen gegen den Schwarzhandel vorgehen: Der Ernährungsminister hat die Einführung der Todesstrafe vorgeschlagen! Gleichzeitig ist aber der Brotpreis verdoppelt worden, und außerdem bemüht sich die Regierung, durch ein Massenangebot an textilen Verbrauchswaren den schwarzen Markt zu werfen. Über die Zurückhaltung von Schlachtvieh seitens der großen "fermiers" wird lebhaft geklagt; im Bezirk von Dijon haben die Gewerkschaften bereits zur "Selbsthilfe" gegriffen und Vieh auf den Gütern "beschlagnahmt", um die Versorgung der Städte sicherzustellen ... Nach der Brotverteuerung rechnet man damit, daß sehr viel mehr Kartoffeln gegessen werden und sich nun weitere Weizeneinfuhren aus den USA erübrigen; ein Weizenüberschuß von etwa einer Mill. t könnte sich so zu Ende des Erntejahres 1946/47 ergeben. – Die Sorge der Landwirtschaft ist, daß die Schutzzölle bestehenbleiben und die Hergabe der Amerika-Anleihe nicht etwa an die Bedingung geknüpft wird, zu einer Praxis des Freihandels überzugehen. n. f.