Die Beschlagnahme der Eisen- und Stahlindustriein der britischen Zone bestimmte nicht nur in Norddeutschland, sondern auch an den süddeutschen Märkten den Börsenverlauf Allerdings war der Kurseinbruch in Frankfurt stärker als in Hamburg, Hannover und Düsseldorf. Stuttgart und München melden sogar noch Plusdifferenzen zu den Kursen der Vorwoche.

Die Aktie der Vereinigten Stahlwerke – stand naturgemäß im Mittelpunkt der Aktienmärkte. Sie fiel in Hamburg von 101 1/2 auf 86 v. H., in Frankfurt von 100 auf 87. Rheinische Stahlwerke Frankin Hamburg 7 Punkte ein und notierten zuletzt 132. In Frankfurt wurden sie nach ebenfalls 7 v. H. Verlust mit 129 gehandelt. Die Kurseinbußen der übrigen Schwerindustriewerte halten sich in engeren Grenzen. Einige Notierungen Hoesch in Hamburg 130, in Frankfurt 134, Mannesmann-Stammaktien 148 bzw. 153, Klöckner146 bzw. 153.

Auch auf dem Bankenmarkt hält Frankfurt einen Kursvorsprung vor Hamburg. Unter den drei Großbanken führt die Commerzbank mit 94 in Süddeutschland und 90 in der britischen Zone. Die Dresdner Bank folgt mit 93 bzw. 88 1/2 Den schwächsten Markt fand – wie stets in der letzten Zeit – die Deutsche Bank. 83 1/2 in Hamburg und 89 in Frankfurt lauten die Kurse dieses Papiers. Reichsbankanteile halten sich mit 106 v. H. überall stabil.

Der Rentenmarkt zog vor allem in Süddeutschland wieder den Hauptanteil der Umsätze an sich. Er war durch die Kursgewinne einiger Ostpfandbriefe gekennzeichnet. Dagegen erlitten die Kommunalobligationen durchweg mehrprozentige Verluste. Auch die Industrieobligationen gingen im allgemeinen mit mehrprozentigen Verlusten aus den Schwankungen der letzten Woche hervor. –ck.