vom 22. August bis 28 August 1946

In einem Brief an den Weltsicherheitsrat führt der ukrainische Außenminister Manuilski Klage gegen die griechische Regierung, durch deren "unverantwortliche Politik auf dem Balkan eine Lage entstanden sei, die eine große Gefahr für den Frieden und die Sicherheit in diesem Teil Europas bedeute". Die Beschwerde wurde auf die Tagesordnung für die Mittwochsitzung des Weltsicherheitsrates gesetzt.

Durch die schnelle Erfüllung der us-amerikanischen Forderungen an die jugoslawische Regierung wegen des Zwischenfalls, der sich durch den Abschuß zweier amerikanischer Flugzeuge über jugoslawischem Gebiet ergeben hatte, konnten die USA darauf verzichten, den Weltsicherheitsrat in dieser Angelegenheit in Anspruch zu nehmen.

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Sowohl die türkische als auch die USA-Regierung haben in der vergangenen Woche auf die sowjetische Note zur Dardanellen-Frage geantwortet. Während die USA-Note in drei Punkten noch eine Übereinstimmung ihrer Ansicht mit der der Sowjetregierung enthält, sich aber im übrigen gegen ein nur zweiseitiges Abkommen ohne internationale Beteiligung ausspricht, weist die türkische Note die sowjetischen Vorschläge uneingeschränkt zurück.

Der jugoslawische Botschafter in Griechenland, Tschangar, hat dem griechischen Außenministerium eine Note überreicht, in der Protest geg:n die angeblich absichtliche Beschädigung des jugoslawischen Dampfers "Alexandros" und gegen die Beleidigung Marschall Titos durch die griechische Presse erhoben wird. Tschangar wurde von seinem Posten abberufen und hat Griechenland bereits verlassen. Die Abberufung bedeutet jedoch nicht den Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Die Jugoslawische Botschaft wird von einem Geschäftsträger geführt werden.

Maxim Litwinow wurde vom Ministerrat der Sowjetunion von seinen Pflichten als stellvertretender Außenminister entbunden. Fedor Gusew, bisher Botschafter in London, und Jakob Malik, ehemaliger Botschafter in Japan sind zu stellvertretenden Außenministern ernannt worden. Als Anwärter auf den Botschafterposten in London wird der frühere Gesandte Ottawa Zarusin genannt.