Die deutschen Börsen haben den Schock nach der Übernahme der westlichen Eisen- und Stahlkonzerne durch die Militärregierung überwunden. In den letzten Tagen der vergangenen Woche, mußten die Käufer bereits bedeutend erhöhte Kurse nennen, um zum Zuge zu kommen. Die bis zu 20proz. Verluste der Vorwoche wurden in der Schwerindustrie teilweise, in der Elektro- und Chemiegruppe sogar voll aufgeholt.

Hier einige Notierungen: AEG halten 96 1/2 v. H., BMW 103. Hansamühle 167, Phrixwerke 104, Siemens Stammaktien 113. Siemens Vorzugsaktien 109. Die Frankfurter Kurse zeigen wenig Abweichungen von den Hamburger Notierungen. Nur auf dem Bankenmarkt gab es einige stärkere Kursdifferenzen: die Frankfurter Kurse eilten um drei bis fünf Punkte voraus Die letzten Umsätze in Hamburg wurden für Deutsche Bank zu 93, Dresdner Bank zu 95 und Commerzbank zu pari abgeschlossen. Reichsbankanteile – ebenfalls mit steigender Tendenz – notierten zuletzt 109 1/2.

Im Mittelpunkt des Interesses stand naturgemäß die Schwerindustriegruppe. Hier erholten sich Gutehoffnungshütte auf 221 und Hoesch auf 131. Mannesmann-Stamm- und Vorzugsaktien gewannen 150 zurück, Rheinmetall-Borsig 91 und Rheinische Stahlwerke 128 1/2. Die Vereinigten Stahlwerke haben ebenfalls den Tiefpunkt überschritten und wurden zuletzt mit 92 gehandelt.

Die zunehmende Erholung wirkte auch auf die von der vorhergehenden Baisse in Mitleidenschaft gezogenen Rentenmärkte zurück. Der Pfandbrief- und Kommunalobligationenmarkt war durch die Erholung einzelner Ostpapiere gekennzeichnet. Deutsche Centralbodenkreditanstalt erreichten 84 1/2, Meininger Hypothekenbank 83, Preußische Zentralstadtschaft 81, Preußische Centralbodenkreditanstalt 81 1/2. ck