Stellungen durchzogen, von Granateinschlägen in den Winter hinein mein Vieh da und dort grasen obungsweise durchwühlt, und er sagte sich, es müsse lassen konnte. Zwei Kühe sind einigaSn Am doch mit dem Teufel morhen w rm ™ >" A ," u —", v "s Bai cu nm gedehntes, hügeliges Feld nahe dem Städtchen Pension bekämen oder keine, stellte er den Antrag: Man hat in diesem Fall nichts versäumt. Putlos war der große Übungsplatz, wo die Panzer beziehungsweise die Männer, die darinnen saßen, das Gruseln und das Schießen lernten: epi weitOldenburg in Holstein. Da heulten, krachten, dröhnten — je nachde] — die Panzer, Kanonen, Kommandos. Da wurden manchem kleinen Mann die "Hammelbeine geradegezogen" und manchem hohen Offizier "Zigarren ausgeteilt". Und so ist für viele Leidensgenossen dieses kriegerischen Jahrhunderts nicht nurdie Front, sondern bereits Putlos zum Alptraum geworden, sofern er nicht sdion in der kühlen Erde ruht.

Aber gehört es sich, an dieser Stelle bitter zu werden? Gut, dann nicht! Immerhin wäre es interessant z wissen, wie der Mann darüber denkt, der heute der Herr auf Putlos ist. Indessen, er sagt nicht, was seinem Gefühl das vergangene Putlos t bedeutet. Er war Offizier und trug das Ritterkreuz. Aber einiges erzählte dieser ehemalige Offizier denn doch von den ändern Offizieren, was aufgezeichnet zu werden verdient, weil es zum Thema Putlos gehört. Und Herr Christen sagte auch seelenruhig: ja, das könne getrost aufgezeichnet werden Dies war, als wir im Wohnhaus saßen, das eigentlich nur eine ausgediente und brüchige ehemalige Soldatenbaracke ist s. Man tritt ein, sieht die Bewohner und denkt unwillkürlich: Dies wäre ein Stoff für Knut Hamsun in seinen großen Tagen gewesen, für den Dichter mit der Geige — wie Giono sagte —, der aus dem Norden daherkam und das mühevolle Leben hell besang Da ist ein tebensmeisterer, kein Handelsmann, sondern ein Handelnder, der nicht nur Pläne im Kopf hat, sondern auch Arme und Muskeln, sie zu verwirklidien; da ist eine Frau, die ebensoviel Dame wie Bäuerin ist; da ist der Raum aus Bretterwänden, der arm ist und doch njijbfefjiat voa Ärmlichkeit. Draußen, aber Dinier den kleinen, bedrückend engen Fenstern der Baracke, dehnen sich viele hundert Morgen weit die grünen Äcker und Felder mit reicher Ernte, von der nicht nur diese Menschen hier, sondern Hunderte von Menschen in den armen Städten leben werden. Wie dieser Schießplatz sich doch verändert hat, seit hier der große Schritt getan wurde vom Krieg zum Frieden! Am Anfang war die Idee. Aber es ist ja nicht Zufall, wenn einer eine bestimmte Idee hat. So ist dieser Mann namens Christern rüeht von Natur aus Offizier gewesen, sondern von Natur aus war er, obwohl ein Arztsohn aus Lübeck, nun einmal Landwirt oder Bauer. Wenn er an efflieni dieser klaren Spätsommertage durch das Weizenfeld zum Strand geht, kann er drüben, auf der ändern Seite der Ostseebucht, den Rauch aus "den Schornsteinen seines alten Pachtgutes aufsteigen sehsn, drüben auf der mecklenburgischen Seite. Offizier wurde er, weil er sich mit der Partei nicht vertrug. Die Partei hatte Akten: darin stand, was Herr Christern im Kreise seiner Nachbarn zu sagen pflegte und was er dachte. Und er kriegte einen Wink: "Das Aktenstück wird dicker und dicker. Bis es platzt" Da, als von fern schon die Kriegsgefahr heraufdämmerte, wählte er die bekannte "Flucht nach vorn". Er wurde Soldat. Jedoch, es mag wohl wahr sein, wenn man sagt: Nicht jeder Militär ist Militarist. Mag auch sein, daß so etwas erst in Jenem Augenblick deutlich zu werden pflegt, in dem plötzlich alles vorüber ist. Jedenfalls, als der Oberst der Panzertruppe Christern aus dem Krieg "heimkam" lind befehlsgemäß auf diesem ihm längst bekannten Panzerschießplatz eintraf, der sich nun in einen riesigen Gefangenenkral verwandelt hatte, da hatten die ändern alle möglichen Ideen, was sie aus dieser Situation noch herausschlagen könnten, und sie tatea so wie Heines Grenadiere, die nach Frankreich kamen: sie ließen die Kopfe hängen. Christern aber hatte die Uniform nodi nicht abgelegt, als schon der Bauer in ihm erwachte. Er sah das Feld, von Hügeln durdiwellt, von Übungsgräben und doch mit dem Teufel zugehen, wenn man daraus nicht einen ausgezeichneten Acker machen könnte. Und während die ändern noch berieten, ob sie nun "Gebt mir 800 Morgen Land! Wir wollen sehen, was wir daraus machen , Draußen, rings um die Baracke, so weit das Auge blickt, ist heute alles grün vor Frucht und gelb vor Ernte. Gelblichgrün dort ein Feld mit Bohnen, Kohlköpfe wachsen drüben so dick wie Trainingsbälle und fast so eng beieinander wie Pflastersteine, hellgelb leuchten unter grünem Blattwerk die Kürbisse; hinter dem Hügel schallt Peitschenknallen: dort fahren sie den Weizen ein, und abseits rattert schon die Dreschmaschine. Umfaßt man dies alles mit einem flüchtigen Blick, so ist man versucht, sogleich wiederum im Gesicht des Mannes zu lesen, ier dieses Land bestellte. Und man findet, daß beides gut zusammenpaßt: es ist ausgezeichnetes Ackerland und es ist ein hartes Bauerngesidht, das Sesicht eines tätigen Mannes, in dem vielleicht auch licht zufällig Optimismus und Humor geschrieben =tehea.

"Was haben Sie im vorigen Jahr geerntet?" "Bis auf 300 Zentner Spinat — nichts! Rein gar lichts!" "Ach was! Wie ist das möglich?" Und darauf macht der heutige Herr auf Putlos dnige Bemerkungen, aus denen sehr wohl hervorgeht, daß er, der frühere Oberst, weiß, wasdamit jemeint ist, wenn man von den Militaristen spricht. Sie wollten ihm den Schießplatz nicht ohne weiteres leben zum friedlichen Beackern. So ohne weiteres licht. Es war Ende Mai; es wurde Juni "Jede Stunde im Juni", sagte der Oberst, der eigentlich Tag ,im Juh, ist eine Woche, im August und ein ganzer Monat im September Kurz!der deutsche Bauer Christern hatte keine Zeit: das Land verlängte, umgebrochen und bestellt zu werden Aber cie deutsche Offiziere über ihm, die immer noch einiges Militärische zu bestellen hatten, sie hatten einen Instanzenweg, sie hatten viel Zeit und viele Wenn und Aber.

"Ich wußte ja sagt Herr Christern "daß ich rieht gleich nach Hause konnte. Wäre es so gewesen, dann wäre ich wirklich nach Hause gengen, drüben auf das Gut hinter der Bucht, wo neine Frau auf midi wartete. Ich meinte, man könne auch im Soldatenrock Land bestellen, egal, ver dann einmal dort ernten sollte. Ich hätte Siatgut von meinem eigenen Hof bekommen können, hunderttausend Zentner. Aber sie sagten nicht ja und nicht nein; sie wollten nicht, meine vorgesetzten Offiziere. Nun gab die englische Behörde bekannt, daß die Bauern vordringlich entl:ssen werden sollten. Aber ich hatte einem Oberleutnant, der die Marotte besaß, er müsse als Fauptmann abgehen und der längst auch Hauptirann hätte sein müssen, diesen Dienstrang bestätigt. Befehlsanmaßung, sagten die Vorgesetzten; es war das einzige, was sie noch zu sagen hatten, id immer lustig, Soldat zu spielen, schickten sie rrir ein Verfahren an den Hals. Denn — wenn aich Bauer, konnte ich dennoch nicht entlassen erden mit dem schwebenden Verfahren. Inzvischen rikRten die Russen auf- iActtrWgwt d üben im Mecklenburgischen ein, und meine Trau vierfache Ernten!" " kirn im letzten Moment mit einem Treck herüber, Hit dem sie dort das alte Sofa und drüben den aten Familienschrank herüberbrachte. Aber sie b adite auch 30 Stück Rindvieh und zwei Pferde Kit. Doch das Saatgut war nun verloren. Der Sommer kam ins Land, der Sommer ging dahin, das lind blieb unberührt, immer noch eine Mondlandsihaft, zur Unproduktivität verdammt. Eist einZivilgtricht in Kiel hat meinen Freisprach bestätigt. Endlich konnte ich anfangen. Aber die Zeit reichte nur noch für 300 Zentner Spinat. Ein kostbares Jahr für nichts und wieder nichts war vertan! Der Boden gab gerade so viel her, daß ich im Herbst und tief bden Kolonialreiche, ubei tea S&iäcsal im ~ dh außerordentlich verschieden. R ia wimdm. ht gsehe z B betragt Befeo Asrted M Im- ™ Hunger Ein Landwirt ist ein geteilter Mensch: mag er m einem Haus oder einer Baracke wohnen gleichgöltig, auch wenn er drinnen sitzt, sein Herz ist draußen. Mit einem Landwirt muß man af die Felder gehen.

Als wir auf den schmalen, planierten Plati voi der Baracke kommen, begegnen wir braungebrannten jungen Leuten "Fündundzwanzig junge Burseben, die in ihrem Beruf nkhts werden konnten, weil sie noch keinen hatten", sagt der neue Herr auf Putlos, "fünfundzwanzig halbverhungerte Burschen ohne Heim und ohne Eltern, die waren von Anfang an dabei und haben mich nicht im Stich gelassen. Ich habe die Patenschaft liteiaommen für äße fünfundzwanzig. Dajm haben wir "in die Hände gespuckt und die Arbeit angefangen. Es war eigentlich eine verdammt schöne Zeit! Wir hatten nichts, und weil wir nicht mal Löffel hatten, haben w schätzungsweise wie die ersten Menschen — erst mal welche aus Holz geschnitzt Ein paar Schritte, and wir kommen an einem Häuschen vorbei, wie einst Pallenberg es als "tapferer Soldat Schweijk" bühnen, wenn 4ch nicht salonfähig machte "Das habe ich mir persönlich als Arbeit vorbehalten " bemerkt der Herr auf Putlos beim Vorübergehen, jeden Morgen aus diesem Häuschen den Dung in unser GärtcheB zu tragen. Ich meine, wenn iner die dreckigste Arbeit selbst tut, dann wird es ihm auch abbt übelgenommen, wenn er mal am Feldrain "stehlt, mit dem Spazierstock in die Gegend zeigt und bloß sagt, was gemacht werden muß, so und so und da und dort " Es macht ihm offensichtlich Spaß, von diesem Jahr der Arbeit zu erzählen, natt, da man die reiche Ernte sieht. Es war eine Arbeit, die nicht nur die Arme, sondern auch den Köirf befAsfj JJfpi, mußten nicht immer neue Schwierigkeiten überlistet werden? Einer der Jungen, der Sirup bereiten will, benutzt als Presse einen l Apparat, den er sich aus! einem " Kraftwagenheber j konstruierte: "Das ist noch gar nichts gegen die technischen Tricks", lacht Christern "die wir anwandten, um aus alten Drillmaschinen, die wir in der Nachbarschaft auftrieben, neue zu machen.

Es gibt, soviel ich weiß, in der britischen Zone keine Fabrik, die Drillmaschinen herstellt "Was haben Sie angepflanzt auf den 800 Morgen?" "Es ist zuletzt herausgekommen, dafJ wir nur 600 Morgen kriegen konnten. Davon bauten wir — das ist der Trick — 100 Morgen Gemüse. Sehen sie die Gemüsefelder dort? Wir haben zwei- und dreiiBd agebafcr4niBeai EalLi bekamealj$it , J"Wieso? Was ist der Trick?" "Hören Sie, was wir fetzt ernten: 500O Zentner Getreide, alles hochwertiges Saatgut. Das war schon früher meine Spezialität. Und richtige kommt da in voriger Woche ein dickes holländisches Privatautö angefahren, um in" einer füte 15 Pfund Gerste, Saatgut natürlich, abzuholen. Man interessiert sich also dramßea wieder für uns; wir kommen wieder auf die Höhe. Doch weiter: Wir wollen 3000 Zentner Kartoffeln ernten, erstklassiges Saatgut ebenfalls. An Gemüse und HackfruAt zur menschlichen Ernährung werden wir 15000 Zentner ernten. Und das ist der Tridk: diese Wirtschaft ist darauf eingerichtet, einer möglichst hohen Zahl von Menschen Nahrungsmittel zuzuführen. Man rechnet sonst, daß vom Ertrag eines Hektars 2 7 Menschen leben. Wir liefern vo jedem Hektar die Nahrung für vier Menschen und können es noch dahin bringen, daß vom Hektar sechs. Menschen ernährt werden. Sehen Sie, wohin dies führt? Zum Ende der Hungersnot! Wir Bauern müssen anbauen, um abzugeben. Also Gemüse! Ich weiß natürlich, was viele Bauern in Holstein dagegen sagen. Gemüsebau bedeutet vielfache Arbeit, be , deutet, daß immer wieder Hilfsieute herangeschafft werden müssen. Ich zum Beispiel habe 35 Mann Stammpersonal, wenn Sies so nennen wollen, und muß an manchen Tagen auf den Gemüsefeldern 120 Leute beschäftigen. Wie ich das möglich ma&e? Kommen Sie! Ich zeige Ihnen meine Gaksehkanone: darin kocht meine Frau das Mittagessen für 120 Leute, die aus der Stadt kommen, uns zu helfen " "Sind Sie für große Betriebe oder kleine?" "Für gute Betriebe", erwidert ktaz iet He Christern auf Putlos.

"Dies", sägt ;er, ist ein Maisfeld, kein FeH für menschliche Ernährung, Ist Ihnen klar, daß man ein ö A "_" j, fi™;<r Wln3 m zu füttern? Ich verfüttere diese üppig wwcheiden Maisblätter und will demnächst die Kühe überhaupt im Stall halten und von den <bei Morgen Mais 30 Stück Rindvieh ernähren, abgesehe von dem üblichen Beifutter natw Iid. Das ist sö sJemlich das ngekehrte Prinzip, wie es sonst i Hol Aier warm niete Maa A. NanrumrsmitteSamn m der kaaa später, wena die NaltfungsmitteSarnn ia der Welt vorüber sein wird, ja wieder z ruhigere und D egn Krisen gesicherteren Methoden zwücklc, wie sfe i Holsteinischen Sitte sind: wenif Genvüs<r uftd viel Vieh, das auf weiten, fetten <asflfichea weidet und so gut wie keine Ariseit acht. Wenig Knechte, wenig Hilfspwsedal n<! viele Dinge, die sich ganz von selbst egela "Koinmen Sie, wir wolfea "da® T5resdnasdiae bei det Arbeit sehen", i. Das Rattern, Klappern der Maschine ist Musik für ihn. Die Jaagefl. die da arbeiten frage ihn bei dem und jenem u Rat, und er wetf die Antwort, Aber eines weiß er nicht, der Hea Christern auf Pwtlos: er weiß nicht genau, wf eigentlich über den Boden u bestiHun hat, den er bebaut. Es ist nicht sein Eigentum, aad dies, sagt er, ist sogar herzlich gleichgültig, "Möglich, daß der alte Schießplatz aufgeteilt wird. Möglich, daß ich dann einen Hol von 120 Morgen bekommen kann zur Pacht oder als Eigentum, wer weiß. Aber kommt es darauf an? Ich denke Ajtt. die Arbeit und an die Ernte und daß ich Je u erstenmal sehen kann, was alles man an einem Jahr schaffen kann, ohne irgendwelche Gfundlagenaltoa mit Lust zur Arbeit " Er bleibt am Feldrain stellen und sieht die rntesdiweren Äcker und steht in langer Verswafenheit, tißjjar ti