Bei den am Sonntag im Bundesland Sachsen abgehaltenen Gemeindewahlen erhielt die SED die absolute Mehrheit mit 55,5 v. H. der abgegebenen gültigen Stimmen in 2402 von 2416 Gemeinden. Die Ergebnisse von 14 Gemeinden stehen noch aus. Das Ergebnis ist in hohem Grade durch die hohe Anzahl ungültiger Stimmen bedingt. Es wurden von 3 557 575 Wahlberechtigten insgesamt 3 322 342 Stimmen abgegeben, von denen für die SED 2 996 364 gültig, dagegen 325 978 ungültig -waren. Für die CDU wurden 655 147, für die LDP 671 271, für die Bauernhilfe 29 493, für Frauenausschüsse 24 663 und für sonstige Gruppen 6939 Stimmen abgegeben.

Der Oberkommandierende der französischen Besatzungszone, General König, gab im Alliierten Kontrollrat die Bildung eines Landes, Rheinpfalz, bekannt, das aus den Gebieten bestehet, wird, die bisher zu den Oberpräsidien Hessen-Pfalz und Rheinland-Hessen-Nassau gehörten. Hierzu bemerkte der sowjetische Vertreter im Kontrollrat, Marschall Sokolowski, es sei „unverständlich, daß gewisse Delegationen es mit dem Wechsel des verwaltungsmäßigen Aufbaus Deutschlands so eilig hätten“, nachdem man am Vorabend jener Außenministerkonferenz stände, die sich sowieso mit der deutschen Frage zu befassen haben werde.

Im Nürnberger Prozeß sprachen am Sonnabend die

Hauptangeklagten ihr Schlußwort. Danach vertagte sich das Gericht, um am 23. September die Urteilsverkündung auszusprechen. Der Angeklagte Göring verwies in seinem Schlußwort auf das Völkerrecht und sagte: „Es muß dasselbe für beide Teile geben. Wenn also alles, was heute seitens der Besatzungsmächte in Deutschland geschieht, völkerrechtlich zulässig ist, dann war vorher Deutschland zum mindesten Frankreich, Holland, Belgien, Norwegen, Jugoslawien und Griechenland gegenüber in der gleichen Lage. Wenn heute die Genfer Konvention Deutschen gegenüber keine Geltung mehr hat, wenn heute in allen Teilen Deutschlands die Industrie abgebaut und ebenso, wenn andere große Werte auf allen Gebieten in die Siegerstaaten verbracht werden können, wenn heute das Vermögen von Millionen Deutschen beschlagnahmt und viele andere schwerste Eingriffe in Freiheit und Eigentum erfolgen, so können derartige Maßnahmen in den obengenannten Ländern seitens Deutschlands völkerrechtlich auch nicht verbrecherisch gewesen sein.“ In ähnlichem Sinne äußerte sich Frank, der zur Frage der deutschen Schuld bemerkte: „Nicht nur das sorgsam aus diesem Verfahren ferngehaltene Verhalten unserer Kriegsfeinde unserem. Volke und seinen Soldaten gegenüber, sondern die riesigen Massen verbrechen entsetzlicher Art, die, wie ich jetzt erst erfahren habe, vor allem in Ostpreußen, Schlesien, Pommern und Sudetenland von Russen, Polen und Tschechen an Deutschen verübt wurden und noch verübt werden, haben jede mögliche Schuld unseres Volkes schon heute restlos getilgt. Wer wird diese Verbrechen gegen das deutsche Volk richten?“

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Nschen Außenministers Molotow nach Moskau,ach der überraschenden Abreise des sowjetifür die jedoch nach Auffassung Pariser diplomatischer Kreise keine außergewöhnlichen Gründe vorliegen, hat Wyschinski die stellvertretende Leitung der sowjetischen Delegation bei den Pariser Friedensverhandlungen übernommen. Die Arbeit der Friedenskonferenz erschöpfte sich in der Berichtswoche vornehmlich in den Beratungen der Ausschüsse.

Im Militärausschuß wurde ein griechischer Vorschlag zum Friedensvertrag mit Italien, die Anzahl der Offiziere und Unteroffiziere der italienischen Streitkräfte zu begrenzen, mit 18:1 Stimme abgelehnt. Nach einer Erklärung des griechischen Delegierten war der Vorschlag eingebracht worden, um eine schnelle Vergrößerung der nach dem Friedensvertrag erlaubten italienischen Streitkräfte- zu verhindern. Desgleichen wurde ein jugoslawischer Antrag, die Größe der italienischen Flotte noch weiterzu beschränken, mit 16:2 Stimmen abgelehnt. Einstimmig genehmigt wurde dagegen ein britischer Vorschlag, demzufolge die italienische Kriegsmarine auch in Zukunft Torpedos wird verwenden dürfen.