Die positive Wirkung der Stuttgarter Rede des Außenministers Byrnes, die Börsen- und Publikumskreise vorübergehend zu umfangreichen Meinungskäufen angeregt hatte, ist bereits wieder im Abklingen. Am Wochenende herrschte an allen sechs deutschen Börsenplätzen wieder leicht nachgebende Tendenz. In Frankfurt, das auch auf die Byrnes-Rede stärker reagiert hatte, war der nachfolgende Rückgang einschneidender als in Hamburg.

Das Hauptmerkmal der Hamburger Börsenwoche war eine starke Belebung der Umsätze. Sie erreichten mit 7 1/2 Mill. RM einen Stand, der seit Kriegsende nur einmal, während der starken Hausse im Januar dieses Jahres, verzeichnet wurde.

In Hannover und Hamburg wird eine stärkere Abgabebereitschaft für Hochbahnaktien vermerkt, die mit der Verstaatlichungsdebatte über die Hamburger Hochbahn-AG. zusammenhängt. Der Kurs verließ in Hamburg zum erstenmal den seit Kriegsende gehaltenen Stopkurs (zu dem stets nur sporadisch Material an den Markt kam). Er fiel von 138 1/4 auf 133.

Einige weitere Notierungen: AEG Hamburg 95, Frankfurt 97 1/2, BMW Hamburg 108 1/2, Frankfurt 110, Mannesmann Stammaktien Hamburg 157, Frankfurt 150, Rheinische Stahlwerke Hamburg 130, Frankfurt 131, Vereinigte Stahlwerke Hamburg 96 1/2, Frankfurt 98. Auch bei den übrigen Papieren des Aktienmarktes liegen die Frankfurter Notierungen, meist um 2 bis 3 Punkte über den Hamburger Kursen. Eine Ausnahme macht nur der Bankenmarkt. Hier lautet der Kurs der Reichsbankanteile überall 111, der der Deutschen Bank überall 97. Commerzbank liegen in Hamburg mit 108 sogar um 2 Punkte höher als in Frankfurt.

Auch der Rentenmarkt nahm an der Umsatzbelebung teil. nu.