Notizen zu einer zeitgemäßen Arbeit

Von Herbert Scheffler

Der erste Tag

Um sechs Uhr bin ich in der Wohnung des Betriebsführers, wir wollen gemeinsam ins Niendorfer Moor radeln. Es ist ein kühler Morgen, die neblige Feuchte mutet schon herbstlich an.

„Wir fahren nicht gleich ins Moor“, sagt der Betriebsführer, „wir müssen erst noch Geleise für die Feldbahn laden.“

Im Lager eines Tiefbauunternehmers stehen schon die Anhänger bereit, die beladen werden sollen. Wir sind sieben Mann: Arbeiter, Lehrer, Kaufleute, Studenten. Was uns zusammengeführt hat, ist einmal die Aussicht auf ein Torfdeputat, das uns und unseren Angehörigen im Winter ein warmes Zimmer sichern soll, und zweitens die Aussicht auf die Schwerstarbeiterzulage. Wir wollen uns durch Arbeit einen Teil dessen verdienen, was sich die Schwanhändler durch Schiebungen und Hintenrum-Geschäfte beschaffen. Die Frage ist nur: wird der gute Wille das Manko der ausgemergelten Körper wettmachen?

Etwa 14 Schienenstöße laden wir auf jeden Anhänger, oben darauf bugsieren wir noch eine Anzahl Loren. Der Fahrer schimpf, als er die Turmbauten sieht mit denen er über die Schlaglöcher hüpfen soll aber wir, die Lademannschaft, sind schrecklich stolz.