Alljährlich verderben größere Getreidemengen nach dem Schnitt durch Regen, der das rechtzeitige Einbringen unmöglich macht oder die Qualität des Kornes beeinträchtigt. Diese Verluste sollte man nicht hinnehmen, sondern den Versuch machen, sie zu mindern. Zunächst ist es möglich, den Halm dicht unter der Ähre zu schneiden, wie das beispielsweise in Nordamerika (USA, besonders auch in Kanada) geschieht. Hierzu wäre zu bemerken, daß man dort Arten mit kurzem Halm bevorzugt anbaut und daß das Getreide in einem Arbeitsgang geschnitten und gedroschen wird. Gleichzeitig laufen hinter dem Mähdrescher Pflugscharen, die die Halme unterpflügen. Es wird hierdurch zwar erreicht, daß die Ähre nicht das Schicksal des Halmes teilt, aber da wir auf das Stroh für Futter- und andere Zwecke angewiesen sind, ist dies Verfahren für uns nicht geeignet.

Es gibt noch eine Möglichkeit, das Schicksal der Ähre von dem des Halmes zu trennen: ein normaler Selbstbinder, eine Maschine, die gleichzeitig mäht und Garben bindet, muß so umkonstruiert werden, daß die Halme, nachdem sie das Messer kurz über dem Boden schnitt, ein zweites Mal unterhalb der Ähre geschnitten werden. Hierzu dürfte erforderlich sein, das Korn in reiferem Zustande als bisher zu schneiden; sodann ist aber auch die Anordnung eines Kammes notwendig, um die Ähren auf gleiche Höhe zu bringen. Ähre und Halm wären damit getrennt und die Ähren gleich einzubringen. Die Lösung des Problems bedeutet den Umbau eines Selbstbinders, die unseren Landmaschinenkonstrukteuren eine dankbare Aufgabe sein sollte.

E. R. Kohlsaat, Hamburg-Rissen: