Von Hermann Stahl

Es wird nicht Tag. Nicht hell genug zum Malen. Die Wochentage kommen geschwinder, kaum ist es grau, poltert Jan an die Türe und schreit: Aufstehn, Harmensz!

Ah... Wie kalt – ich hatte vergessen, den Fensterladen zuzumachen, mir war wohl warm, als ich heim kam heute nacht Pedder betrügt mit den Würfeln, ich will ihm auf die Schliche kommen. Wie ich ihn packte, er mit den Armen mich wegstoßen wollte, machte es knack und nochmals knack, in seiner Tasche. Ich ließ ihn los, er flog zwischen die Schemel, fast riß er den Leuchter vom Tisch.

Er griff in seine Tasche, da zog er die Stücke heraus: seine schönen Tonpfeifen, zerbrochen. Die eine war ganz neu gewesen. Aber er mußte mitlachen, der Spaß wäre auch zu groß gewesen, hätte er wütend sein wollen.

Das Licht beschien sein Gesicht, er lag fast ganz auf dem Rücken, zwischen Tisch und Schemeln, die machten Schatten um ihn, und die Dielen waren dunkel, auch sie im Schatten. Nur sein Gesicht bekam ein wenig Licht, von oben her, und nur die eine Seite, die andere traf der Schatten von der Tischkante. Das Auge leuchtet etwas aus diesem Schatten hervor. Pedders Augen sind hell, grüngrau; so schimmert das Wasser, wenn ein Morgen stürmisch war und plötzlich etwas Licht durchläßt... Kalt.

Pedder hatte auch viel Bier getrunken; als er wieder hoch kam, schwankte er und sein Gesicht war ganz blaß. Wie das Mädchen schrie! Er saß an der andern Seite des Tisches auf einem Schemel und hatte das Gesicht schräg auf die Arme gelegt, tief auf dem Tisch, es lachte; da blies es fast die Lampe aus, die flackerte.

Ich sollte das vielleicht einmal malen.