Die von allen Parteien des Schleswig-Holsteinischen Landtags angenommene Vorlage zur Bodenreform tritt vorläufig, solange die Zustimmung des Militärgouverneurs noch ausstellt, nicht in Kraft. Sie mag als "Modell" für eine künftige Regelung für die gesamte britische Zone dienen. Glücklicher sind die süddeutschen Länder daran, die nun bereits eine gesetzliche Regelung für das gleiche Sachgebiet haben.

Das Schwergewicht liegt dabei auf der Schaffung von kleinen Stellen für ländliche Arbeiter und "Heimatlose". Außerdem sollen bäuerliche Stellen geschaffen werden. Zur Aufsiedlung kommt ehemaliges Wehrmachtgelände, der Besitz früherer Aktivisten und kulturfähiges Ödland. Eine zweite Kategorie bilden – ganz oder teilweise – schlecht bewirtschaftete Betriebe und solche, die ihre Lieferungspflichten nicht einhalten, Pachtländereien und in "betriebsfremden" Händen liegende Besitzungen. Außerdem wird der Besitz mit über 100 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche zu einer Abgabe herangezogen, in einer Staffelung, die bei 10 v. H. beginnt und bei 500 Hektar bereits 50 v. H., in den höheren Staffeln 90 v. H. erreicht. Auch Kleinbetriebe, sofern ihr Einheitswert über 20 000 Reichsmark liegt, sollen zur Landabgabe verpflichtet werden, wo geeignetes Siedlungsland fehlt, bäuerliche Betriebe mit geringerem Einheitswert nur dann, wenn sie für das abgegebene Land in natura (und durch Boden gleicher Güte) entschädigt werden können. n. f.