Der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg hat Dr. Hjalmar Schacht, Franz von Papen und Hans Fritzsche freigesprochen und ihre sofortige Haftentlassung angeordnet.

Die Anklage bestand aus vier Punkten: Verschwörung, Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Göring, Ribbentrop, Keitel, Rosenberg, Jodl und Neurath wurden in allen vier Punkten für schuldig erklärt und außer Neurath zum Tode durch den Strang verurteilt. Auch Kaltenbrunner, der in Punkt drei und vier, und Frank, der in den gleichen Punkten für schuldig befunden worden war, wurden zum Tode durch den Strang verurteilt. Das gleiche gilt für Frick, Streicher, Sauckel, Seyß-Inquart und Bormann (in Abwesenheit), die jeweils nur in einzelnen Punkten für schuldig erklärt worden waren. Die übrigen Angeklagten erhielten langjährige Gefängnisstrafen und zwar Neurath 15 Jahre; Funk, der außer der Verschwörung in drei Punkten für schuldig befunden, und Heß; der der Verschwörung und des Verbrechens gegen den Frieden schuldig gesprochen war, lebenslänglich; ebenso Raeder, der in allen Punkten außer des Verbrechens gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen war. Zu 20 Jahren Gefängnis wurden Speer, schuldig des Kriegsverbrechens und des Verbrechens gegen die Menschlichkeit, und Schirach, schuldig des Verbrechens der Verschwörung, verurteilt. Dönitz, schuldig des Verbrechens gegenden Frieden und des Kriegsverbrechens, erhielt zehn Jahre Gefängnis.

Von den als verbrecherisch angeklagten Organisationen wurden die SA, das Reichskabinett, der Generalstab und das Oberkommando der Wehrmacht freigesprochen. Als verbrecherische Organisationen wurden die SS. und zwar die Allgemeine und die Waffen-SS mit sämtlichen angeschlossenen Verbänden mit Ausnahme der Reiter-SS; der SD mit Ausnahme der Geheimen Feldpolizei und des Grenz- und Zollschutzes, die Gestapo und das Korps der politischen Leiter mit ihren Stäben bis herab zum Ortsgruppenführer einschließlich, erklärt. Das Gericht stellt hierzu fest, daß jedes Mitglied dieser Organisation unter Anklage gestellt werden kann.

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Der Wirtschaftsausschuß für die Balkanländer in Paris nahm nach länger Aussprache einen französischen Vermittlungsvorschlag an, der das Recht freier Schiffahrt auf der Donau für alle Handelsschiffe sämtlicher Nationen festlegt. Außerdem ist eine Konferenz aller Anliegerstaaten mit den USA, Großbritannien und Frankreich vorgesehen, und zwar sechs Monate nach Inkrafttreten des Friedensvertrages mit Rumänien; sie soll über das neue Donaustatut entscheiden. Während der Wirtschaftsausschuß für die Balkanländer beschloß, daß Rumänien den Vereinten Nationen für 18 Monate nach Wirksamwerden des Friedensvertrages die Meistbegünstigungsklausel gewähren solle, nahm der Wirtschaftsausschuß für Italien einen kanadischen Zusatzantrag an, der die Gewährung der Meistbegünstigungsklausel für die Vereinten Nationen auf drei Jahre vorsieht.

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