Die "Liga für Neuaufbau" veranstaltete in Hamburg eine bedeutsame ernährungswirtschaftliche Tagung, an der neben Vertretern des Zentralamtes für Ernährung und Landwirtschaft, zahlreiche Ernährungswissenschaftler und Ernährungswirtschaftler aus Hamburg und Schleswig-Holstein teilnahmen. In mehreren Referaten wurde über die Grundzüge einer rationellen Ernährung gesprochen. Prof. Jores, Hamburg, berichtete aus seinen medizinischen Erfahrungen, daß von 100 Patienten 60 ein Untergewicht von rund 5 Kilogramm aufweisen. Hiervon seien besonders Männer betreffen. 10 v. H. aller Patienten haben Wasseralfingen, bei 7 v. H. müssen die Erkrankungen auf den erheblichen Eiweißmangel zurückgeführt werden. Prof. Jores propagierte zur Abhilfe des Eiweißmangels die Auswertung von Molkeneiweiß, die Förderung des Fischfanges und die Bemühungen zur Auswertung der Lupine. Größte Beachtung verdiene aber auch die Sojabohne als eiweißreicher, vollwertiger Fleischersatz. Den Mittelpunkt der Tagung bildete ein hochinteressantes, wissenschaftliches Referat von Prof. D. Lembke vom Institut für Virusforschung und experimentelle Medizin über aktuelle Forschungsfragen auf dem Gebiet der menschlichen Ernährung. Ministerialrat Dr. Wegner vom Zentralamt für Ernährung und Landwirtschaft wies auf die immer größer werdenden Schwierigkeiten der Fettversorgung hin. Dr. Bening, Hamburg, konnte im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Verminderung des spürbaren Eiweißmangels mitteilen, daß kürzlich in Berlin aussichtsreiche Verhandlungen mit USA-Dienststellen über die Einfuhr von monatlich 20 000 Tonnen Sojabohnen oder Soja-Extraktionsschrot geführt wurden.