Die Vollversammlung der Pariser Konferenz nahm die Verfahrensordnung an, wonach die Konferenz bis zum 15. Oktober beendet sein muß. Auf 325 Millionen Dollar wurden die von Italien zu zahlenden Reparationen vom Wirtschaftsausschuß für Italien festgesetzt. Hiervon sind je 100 Millionen für Rußland, Jugoslawien und Griechenland und 25 Millionen für Abessinien vorgesehen. Die Reparationsschuld Bulgariens wurde auf 125 Millionen Dollar begrenzt, die zu gleichen Teilen zwischen Griechenland und Jugoslawien aufgeteilt werden sollen.

In der Triestfrage wurde in der vergangenen Woche ein französischer Kompromißvorschlag angenommen, der sich im großen und ganzen dem Standpunkt der Westmächte anschließt.

Präsident Trumans Erklärung, er befürworte eine sofortige Einwanderung von 100 000 Juden nach Palästina, wurde von der Jewish Agency als Zeichen dafür begrüßt, daß die USA gewillt seien, ihre seit 1922 verfolgte Politik fortzusetzen. In London wurde diese Erklärung als verfrüht bedauert, da die Palästinakonferenz erst wieder am 16. Dezember zu tagen beginnt. Die Meinung der Araber kommt in der Antwort des Sekretärs des Höheren Arabischen Komitees Palästinas zum Ausdruck, in der er mit einem moralischen Krieg und dem Boykott gegen die USA droht. Die irakische Regierung hat in einem Memorandum an den britischen Botschafter und den USA-Vertreter in Bagdad gegen die Palästina-Erklärung Trumans protestiert.

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Durch eine strukturelle und personelle Umbildung des englischen Kabinetts gehören die Minister für die britischen Streitkräfte nicht mehr dem Kabinett an. Ein neugebildetes Verteidigungsministerium unter dem ehemaligen Lord der Admiralität Alexander wird ihre Belange jedoch innerhalb des Kabinetts vertreten. Der bisherige parlamentarische Unterstaatssekretär im Außenministerium, Hector McNeil, wurde zum Staatsminister ernannt.

Schwedens Ministerpräsident Per Albin Hansson ist nach einer Besprechung mit den Ministerpräsidenten der nordischen Länder am Sonnabend plötzlich gestorben. Außenminister Professor Unden hat die Leitung der Regierung übernommen, bis ein neuer Ministerpräsident von König Gustav ernannt wird. Da die sozialdemokratische Partei, die größte Partei Schwedens, durch den Tod Hanssons ebenfalls führerlos geworden ist, hat sie den jetzigen Innenminister Möller zum Parteivorsitzenden gewählt, der somit auch für den Posten des Ministerpräsidenten in Frage kommt.

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