Das 1937 errichtete Hydrierwerk "Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff A.-G." in Wesseling war durch den Krieg und vor allem durch Verlagerung der Maschinenanlagen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die ausgelagerten Maschinen sind zum größten Teil zurückgeführt worden, so daß das Werk die Produktion von Benzin wiederaufnehmen könnte, wenn die Militärregierung das Permit gibt. Das Kölner Stadtparlament hat bei der Militärregierung um die Wiederingangsetzung des Werkes nachgesucht. Die Anlage könnte innerhalb Jahresfrist die gesamte britische Zone mit Benzin versorgen, wobei ein Liter wie bisher 40 Pfennig ab Zapfstelle kosten würde.

Die "Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff A.-G." wurde seinerzeit von neun Gesellschaften des rheinischen Braunkohlenreviers mit einem Aktienkapital von 90 Mill. RM gegründet und mit einen Anleihekapital von 115 Mill. RM ausgestattet. Sie könnte zunächst 1600 t Treibstoff monatlich, nach sechs Monaten 9000 t und jährlich etwa 115 000 t (50 v. H. der Normalkapazität) herstellen. Bei einer Jahresförderung des Reviers von etwa 60 000 Mill. t Rohbraunkohle nähme die Treibitoffherstellung im Vollbetrieb nur 4 1/2 Mill. t (davon ein Drittel in Brikettform) in Anspruch. Bei einer vorläufigen nur 50proz. Kapazitätsausnutzung des Werkes würden also nur 2 1/2 v. H. der jetzigen Brikettfabrikation gebraucht werden; auch ließen sich ausländische Erdölrückstände zur Benzinfabrikation verwenden, wodurch sich die Kapazität des Werkes um 50 v. H. erhöhen würde.

Birnen Jahresfrist könnte die britische Einfuhr von Benzin (80 v. H. des Verbrauchs) überflüssig gemacht, dadurch könnten die entsprechenden Devisen gespart oder für notwendige Einfuhr von Lebensmitteln und anderen Gütern bereitgestellt werden. Nach den Potsdamer Beschlüssen ist Deutschland die Herstellung von synthetischem Benzin so lange erlaubt, bis es seine Einfuhr selbst bezahlen kann. Sch–r.