Die deutschen Börsen haben in der vergangenen Woche eine weitere Umsatzbelebung erfahren. In Hamburg wurden für 5,8 Mill. RM Papiere umgesetzt, davon allein 3 Mill. RM auf dem Rentenmarkt. Auch die süddeutschen Börsen und die beiden norddeutschen kleineren Plätze melden lebhafteres Geschäft.

Die erste Reaktion auf das Wahlergebnis in der britischen Zone bestand in einer Erhöhung der meisten Aktienkurse. Nach vorübergehender Abschwächung um die Wochenmitte setzte sich gegen Schluß der Woche wieder eine Kursbefestigung durch. Einige Notierungen: Bayrische Motoren-Werke in Hamburg 109 1/2, in Frankfurt 107 1/2; Daimler 165 bzw. 163; Hoesch 136 bzw. 135 1/4; Klöckner in Hamburg 162, in Frankfurt 160; Siemens-Stammaktien an allen Börsen 119 1/2.

Vor wenigen Tagen wurde gemeldet, daß die Vereinigten Stahlwerke eine größere Beteiligung am Kapital der Vereinigten Kesselwerke an eine Gruppe Bremer Kaufleute abgestoßen haben. Man erblickt darin einen ersten Schritt zur Dezentralisation im Bereich der westdeutschen Montan-Konzerne. Die Stahlvereins-Aktie notierte in Hamburg 97 1/2 nach 96 1/2 in der Vorwoche, in Frankfurt hielten Vereinigte Stahlwerke zuletzt 99.

Auch auf dem Bankenmarkt hat sich eine Befestigung durchgesetzt. Commerzbank notieren in Hamburg 105, in Frankfurt 106. Deutsche und Dresdner Bank erreichten in Hamburg je 91, in Frankfurt 92. Reichsbankanteile behaupten in Hamburg weiterhin 107. In Frankfurt wurden sie vorübergehend nicht umgesetzt. –ck.