Der Sultan Mohammed IV. (1648–1687) ließ den Saporoger Kosaken folgende Note überreichen, deren Originaltext in der Staatsbibliothek zu Leningrad aufbewahrt ist:

,,Ich der Sultan, Sohn des Mohammed, Bruder der Sonne und Enkel des Mondes, der in Stellvertretung Gottes auf Erden das Mazedonische Reich und das Reich Jerusalem, die Große und die Kleine Welt regiert, Zar über allen Zaren, Beherrscher aller Herrscher, niemals besiegter Ritter, unermüdlicher Hüter des Heiligen Grabes, die Hoffnung und der Wohltäter aller Muselmänner, befehle Euch, mich mit Euren Überfällen nicht zu beunruhigen und Euch mir freiwillig ohne jeden Widerstand zu unterwerfen."

Die zum Teil in hübschen Reimen abgefaßte Antwort der Ukrainer lautete folgendermaßen:

"Du Sultan, des verfluchten Teufels Bruder und Genosse, Lucifers persönlicher Sekretär! Du willst ein Ritter sein und bist aus Dreck geboren! Der Teufel, der Deine Waffengefährten ausgespien hat, wird sie auch fressen. Niemals werden die christlichen Söhne Dir Untertan sein. Wir fürchten Deine Armee nicht und werden uns mit Dir zu Wasser und zu Lande schlagen. Du verfluchter Sohn einer durch und durch verkommenen Mutter. Du babylonischer Küchenpfuscher, mazedonischer Wagenschmierer, Brauereiknecht von Jerusalem, alexandrinisches Schielauge, tatarischer Zuchtbulle, Wechselbalg Eures Gottes und unseres Phallus schwache Seite.

Du Schweineschnauze, Pferdedreck und räudiger Hund, Du ungetaufte Stirn sollst Deine eigene Mutter lieben. Die Saporoger lassen Dir sagen, daß Du nicht einmal ihre christlichen Schweine zu hüten wert bist! Somit beenden wir unser Sendschreiben. Einen Kalender besitzen wir nicht, und das Datum kennen wir nicht. Aber es ist bei uns genau der gleiche Tag wie bei Euch, und darum kannst Du unsern Hintern küssen.

Für alle Saporoger Kosaken hat dieses geschrieben der Ataman Iwan Sirko."

Der von diesem Sendschreiben nicht befriedigte Sultan ordnete eine grausam durchgeführte Strafexpedition an. Wir müssen aber feststellen, daß sich der Ton im diplomatischen Verkehr im Laufe der letzten Jahrhunderte doch etwas verfeinert hat.

E. K.