OPA, das amerikanische Amt für Preisverwaltung, gehört praktisch der Vergangenheit an. Die Kräfte der freien Wirtschaft haben einen eindeutigen Sieg davongetragen. Den entscheidenden Schlag führten die Schlachthofindustrie und die Partnerschaft.

Rekapitulieren wir kurz die Daten: Im April 1941 gingen die USA zum Höchstpreissystem über. Die Preisüberwachung lag beim OPA. Dieses sollte seine Tätigkeit am 30. Juni 1946 einstellen. Wegen einer Verlängerung des Gesetzes kam es zu schweren Konflikten. Da keine neue Vorlage zustande kam, war die Preisgestaltung ab 1. Juli 1946 frei, aber am 25. Juli wurde ein Kompromiß gefunden, das die Entscheidungen einem dreiköpfigen Kontrollamt anvertraute.

Diese drei Männer des Kontrollamtes sind Anhänger der freien Wirtschaft und erwarten einen Wiederaufstieg von einer freien Preisgestaltung. Höchstpreise wollen sie nur noch für Mangelgüter als Übergangsmaßnahme zulassen. Zu diesen Mangelgütern rechnen sie auch Fleisch und andere. Erzeugnisse der Viehwirtschaft. Als Höchstpreise hierfür wiedereingeführt wurden, verschwanden Fleisch und Fette fast völlig vom Markt. Dieser Zustand erregte die Bevölkerung um so mehr, weil Vieh im Überfluß vorhanden ist. Der Rind Viehbestand hat sich zum Beispiel von 68 Mill. Anfang 1940 auf 82 Mill. Anfang 1945 erhöht und bewegt sich jetzt um 80 Mill. Stück. Der Fleischmangel in den Läden war also ausschließlich auf einen "Streik" der Farmer und der Schlachthofindustrie, zurückzuführen. Vertreter der Verbraucher wollten die Macht der Erzeuger durch Einfuhr argentinischen und mexikanischen Fleisches brechen, das zur Zeit nur halb so teuer ist wie amerikanisches. Aber dazu konnte sich die Regierung nicht entschließen.

Wenn Truman schließlich nachgegeben und die Preiskontrolle am 15. Oktober für Fleisch (bald darauf auch für Fette und Speiseöle) aufgehoben hat, so ist diese Entscheidung vor allem wohl aus parteipolitischen Gesichtspunkten erfolgt: Die Wahlen stehen vor der Tür. Für die Republikanische Partei hätte der Fleischmangel eine zugkräftige Wahlparole abgegeben. Jetzt aber wird das Fleisch anrollen, allerdings bei zeitweise stark anziehenden Preisen. Der Preis für Schweine (je 50 kg Lebendgewicht) ist von 16 auf etwa 25 Dollar gestiegen, dann allerdings leicht zurückgegangen. Aber vordem war Fleisch nur am Schwarzen Markt zu haben und dort natürlich zu noch höheren Preisen.

Vermutlich werden die letzten Höchstpreise bald fallen, und es wird damit wieder allgemein die freie Preisgestaltung gelten; bleiben wird wohl nur das Mietegesetz. drgr.