Die starke Zunahme der Hungererkrankungen zumal in den Großstädten und Industriegebieten beruhtauf dem Mangel an (tierischen) Eiweißstoffen (Aminosäuren) bei der heutigen Zusammensetzung der Ernährung. Die Verringerung des Eiweißgehaltes im Blut führt zu einem allgemeinen Nachlassen der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit, zu absinkendem Konzentrationsvermögen steigender Ermüdbarkeit und Nachlassen der Willensimpulse; Weiter kommt es zu Gewichtsabnahmen und infolge des gestörten Wasserhaushalts im Körper zu Schwellungen. Abhilfe kann durch gesteigerte Eiweißzufuhren erfolgen; besonders in den Anfängen sind die Mangelerscheinungen leicht durch Gaben von Eiweißkonzentraten zu bekämpfen. Die Ödeme werden in vier bis acht Tagen ausgeschwemmt; die völlige Spannkraft kann nach etwa vierzehn Tagen wiederhergestellt werden. Besonders geeignet sind aus Fischeiweiß gewonnene Präparate, von denen das "Wiking-Eiweiß", das früher vielfach in der Küche verwandt worden ist, jetzt in stärkerer Konzentration mit 100 000 Kilogramm monatlich zur Verwendung in Krankenhäusern und bei Kinderspeisungen hergestellt wird (neuerdings rezepturpflichtig). Wünschenswert wäre eine weitere wesentliche Zunahme der Erzeugung, um dasFischeiweiß bereits vorbeugend geben zu können. Dazu wird es erforderlich sein, die deutsche Hochseefischereiflotte weiter auszubauen undinsbesondere durch leistungsfähige Schiffstypen zu ergänzen. Weitere Produktionsreserven bringt die Krabbenfischerei, die in normalen Zeiten fast 100 Millionen Pfund jährlich erbracht hat.P.