Dr. Wilhelm Furtwängler, der frühere Dirigent des Berliner Philharmonischen Orchesters, wird am 11. Dezember vor einem Berliner Denazifizierungsausschuß erscheinen.

Am 28. Oktober vollendet die Dichterin Elsa Bernstein (Pseudonym Ernst Rosmer), die Tochter des bekannten Richard-Wagner-Freundes und Musikers Heinrich Porges, in Hamburg ihr 80. Lebensjahr. Um die Jahrhundertwende, in den frühen Glanzzeiten von Gerhart Hauptmann, M. Halbe, H. Sudermann, Fr. Wedekind, O. E. Hartleben, H. v. Hofmannsthal, A. Schnitzler, H. Bahr, H. Eulenberg, gehörte auch Ernst Rosmer zu den bedeutenden und gefeierten Bühnenautoren. In der späteren Vertonung Engelbert Humperdincks (1898) wurden die "Königskinder" Ernst Rosmers bekanntestes und erfolgreichstes Werk, das bis heute seinen Triumphzug über die Bühnen der ganzen Welt hielt. Ihr "Salon" in München war durch Jahrzehnte Mittelpunkt geistig-musischer Geselligkeit, an der viele bedeutende Künstler und Gelehrte teilnahmen! Die Stürme des zweiten Weltkrieges und die immer heftiger werdende Verblendung machten leider auch vor dieser "Kulturoase" nicht halt. Nach drei bitteren, schweren Jahren Theresienstädter Zwangsaufenthalt; kehrte die greise Dichterin im letzten Sommer gerettet zu ihren Kindern nach Hamburg heim.

"Die Mörder sind unter uns", der erste nach dem Krieg in Deutschland gedrehte Film, wurde in diesen Tagen von der russisch lizenzierten DEFA im Haus der Berliner Staatsoper uraufgeführt. Der Film, der in Berlin spielt und das Schicksal eines jungen, aus dem Kriege zurückgekehrten deutschen Chirurgen und einer aus dem KZ befreiten Künstlerin schildert, versucht die Begriffe der Freiheit, Menschlichkeit und Gerechtigkeit in einer Spielhandlung ohne aufdringliche Tendenz zu verdeutlichen. Die Hauptrollen werden von Ernst W. Borchert und Hildegard Knef verkörpert.