Nach Ausführungen von Georges Wien. Direktor der Rcconstruction Finance Corporation, sollen deutsche Industriezweige der US-Zone zum Kauf von Rohstoffen Vorschüsse erhalten Ziel dieser Maßnahme ist eine Ermäßigung der steigenden Besatzungskosten. Eine allgemeine Wiederaufbauanleihe für Deutschland sei nicht beabsichtigt. Es wurde erwähnt. daß auch die britischen Behörden sich dieser Methode anschließen können. Es sollen solche Exportkredite für die Porzellanmdustrie. die Spielwarenindustrie. die optische Industrie und für die leichte Maschinenindustrie gewährt werden.

Aus den Westzonen sind bis zum 30. September 658 Werke für Reparationsleistungen bestimmt worden, 144 davon befinden sich in der britischen, 154 in der amerikanischen und 57 der französischen Zone. Von 34 abzuliefernden Werften stammen 32 ans der britischen und 2 aus der US-Zone. Die britische Zone ist weiter beteiligt mit so chemischen Werken, 23 Werken der Maschinen- und optischen Industrie, 86 Metallwerken und 6 Treibstoffwerken; die amerikanische Zone mit 9 Betrieben des Baugewerbes,22 chemischen Werken, Werken der Maschinen- und optischen Industrie und 19 Metallwerken.

Der britische Schatzkanzler Dalton erklärte, daß Deutschland in die Lage versetzt werden müsse, für die notwendige Einfuhr mit eigenen Exporten zu bezahlen. Unter dem Hinweis, daß der britische Steuerzahler jährlich mehr als 80 Mill. Pfund aufbringen müsse, um die Deutschen in der britischen Zone zu versorgen, sagte Dalton: "Diese britische Zahlung von Reparationen an Deutschland, denn so können wir es bezeichnen und es droht sogar eine Steigerung, ist eine Last, die der britische Steuerzahler mit Recht zurückweist."

Ein neuer Interzonenhandelsvertrag zwischen der amerikanischen und der sowjetischen Besatzungzone Deutschlands sieht die Lieferung von Baum-Wolle, Kohle und Stärke an die amerikanische Zone die dann Fertigwaren an die sowjetische Zone geliefert. Weiter wird Belgien an Spinnereien der US-Zone Baumwolle gegen die Lieferung von Fertigwaren zur Verfügung stellen. Die britische Zone Boferr an die sowjetische Zone von Oktober bis Dezember 1946 monatlich 25 000 t Stahl 150 000 Steinkohle und 5000 Pferde. Sie erhält dafür 10 000 t Getreide, 30 000 t Kartoffeln, 1250 t Zucker, 2500 t Hafer und 200 000 t Grubenholz.

Im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme der Außenhandelsbeziehungen zu Belgien hatten wir kürzlich berichtet, daß deutsche Exportfirmen mit der Belgian R. D. & R. Mission, Hamburg, in Verbindung treten können. Wir erfahren dazu, daß die Mission für den Außenhandel nicht zuständig ist. Deutsche Interessenten in Hamburg müssen sich an die Deputation für Handel, Schiffahrt und Gewerbe, Hamburg, Große Bleichen 23. wenden. Für den Bereich der übrigen britischen Zone sind die Landeswirtschaftsämter zuständig.

Der britische Zivilbeauftragte für Nordrhein-Westfalen führt in einer Verlautbarung die Versorgungsschwierigkeiten für das Land Nordrhein-Westfalen auf den amerikanischen Schiffahrtsstreik zurück.