Die künftige gemeinsame Wirtschafts-Verwaltung der amerikanischen und britischen Zone wird für die Bewohner beider Zonen schon jetzt in der Vereinheitlichung der Eisenbahn-Fahrpläne und der Durchführung zahlreicher Züge von der britischen zur amerikanischen Zone und umgekehrt spürbar. Das sind die ersten Erfolge der Überwindung der trennenden Zonengrenzen, durch praktische Arbeit, die von dem Exekutiv-Ausschuß des neugebildeten Zweizonen-Verkehrsrates in Bielefeld ausgeht.

Leiter dieses Ausschusses und damit amtierender Generaldirektor der Eisenbahn in der amerikanischen Zone wurde Dr. Busch, der bisherige Generaldirektor der Bahnen der britischen Zone. Er steht seit 32 Jahren im Dienst der Eisenbahnverwaltung und ist Spezialist für Eisenbahn-Finanzen. Dr. Busch mußte sich-nach 1933, als Nichtmitglied der NSDAP, mit einer Stellung als Finanzreferent begnügen. Im September 1945 würde ihm die Leitung der Finanz- und Rechtsabteilung und das Amt des stellvertretenden Generaldirektors übertragen. Nach dem Tode von Dr. Leibbrandt wurde er im August 1946 Generaldirektor für die britische Zone.

Seine neue Dienststelle wird für jede der beiden Zonen eine Oberbetriebsleitung und insgesamt 13 Reichsbahndirektionen umfassen. Ein gemeinsames Hauptwagenamt soll die Verteilung und Verwendung der Güterwagen steuern. In beiden Zonen sind an betriebsfähigen Lokomotiven und Güterwagen 6100 bzw. 250 000 vorhanden.. Auf die britische Zone entfallen 53 v. H. der Lokomotiven und 63 v. H. der Güterwagen. Außerdem.verfügen beide Zonen über eine größere Zahl abgestellter Schad-Waggons. Dr. Busch hofft, eine Verdichtung des Reise-Fahrplanes und eine weitere Vermehrung der Güterzüge auf der Gesamt-Betriebslänge der ihm zur Verfügung stehenden 24 000 km erreichen zu können. dp.