Akkommodation heißt Anpassung. Das Akkommodationsvermögen nennt der Augenarzt die Fähigkeit des Auges, Gegenstände in verschiedenen Entfernungen durch Formänderung der Linse gleich scharf zu sehen. Es wird bei weitem übertroffen vom Akkommodationsvermögen der Seele, das die befähigt ... aber eine exakte Definition ist schwierig, ein Exempel wird es besser demonstrieren.

Als ein Raucher, sagen wir: Peter, seine gute Stellung verlor und von der "Atikah" zur "Juno" abwanderte, dachte er bei sich: Immer noch besser als die "Schwarz-Weiß".

Als er Soldat wurde und den Qualm der Selbstgedrehten in die Lungen sog. meinte er: Immerhin, es ist Tabak. Besser als Brombeerblätter.

Als im Gefangenenlager Tabak eine Kostbarkeit wurde und Peter ihn mit Brombeerblättern mischte, fand er: Immer noch besser als nur Brombeerblätter.

Und als der Tabak ganz zur Neige ging, mischte Peter Brombeerblätter mit Waldmeister. "Besser als gar nichts", hörte ich ihn sagen.

Ob das Akkommodationsvermögen der Seele auch mit einer Linse arbeitet, mit einer Seelenlinse sozusagen, die sich auf die Erreichbarkeit der Objekte einstellt wie die Augenlinse auf die Entfernung? Wo die Seelenakkommodation verlorengeht, hilft keine Brille, und Leute, deren Seelenlinse minus 4 oder minus 5 hat. sind ganz böse daran. Aber, gottlob, die Seelenakkommodation geht fast nie verloren,. sie ist ungleich solider und leistungsfähiger als die des Auges, sie zerbricht auch unter schweren Stößen nicht so leicht. H. H.