Die Eisen- und Stahlindustrie der britischen Zone, die ja nach dem Wegfall der oberschlesischen Produktionsstätteu und bei dem zu befürchtenden Verlust des Saargebiets für alle Gebiete Deutschlands besonders bedeutungsvoll ist, hat in letzter Zeit einige Änderungen ihres organisatorischen Statuts erfahren. Sie wurde zunächst unter britische Kontrolle gestellt. Die "North German Iran and Steel Control" hat dann eine Treuhandverwaltung für den Besitz der Konzerne und Gesellschaften geschaffen und an deren Spitze H. Dinkelbach (bisher im Vorstand der Vereinigten Stahlwerke) berufen. Unabhängig davon ist die verwaltungsmäßige Lenkung der Eisen- und Stahlwirtschaft vom Mil. Gov. auf das Zentralamt für Wirtschaft, Abteilung-Stahl und Eisen (ASE), übergegangen, das damit an die Stelle des "Verwaltungsamtes" (VSE) getreten ist.

Nach dem Zusammenbruch gab zunächst der "Industrieplan" der deutschen Großeisenindustrie wieder eine gewisse Grundlage für die Zukunft. Nachdem England eine Jahresstahlproduktion von 10,5 Mill. t, die Vereinigten Staaten eine solche von 7 bis 8 Mill. t, Frankreich 7 und Rußland 4 Mill. t hatten zugestehen wollen, kam eine Einigung auf der Basis von 5,8 Mill. t zustande. Aber selbst diese geringe Menge sollte entgegen allen zuerst gehegten Erwartungen zunächst nur auf dem Papier stehen. Die Erzeugung hat im ersten Halbjahr 1946 folgende Entwicklung genommen:

Eisen- und Stahlerzeugung in der britischen Zone

1. Halbjahr 1946 (in t)

Roheisen / Rohstahl / Walzwerkserzeugnisse

Januar 144275 136703 104632

Februar 166478 166511 117477