Kalt bläst der Wind dieses frühen Herbstes durch die dünner Uniformmantel heimat- und hoffnungsloser Männer, die müde auf den Landstraßen gen Kehl wandern Als letzte Zuflucht in ihrem zerstörten Leben bleibt ihnen – so sagen sie – nur noch die straffe Disziplin der französischen Fremdenlegion.

Die "New York Herald Tribune" teilte kürzlich mit, daß in Kehl ein inoffizielles Rekrutierungsbüro für die französische Fremdenlegion eingerichtet worden sei. Als einzige neue Bedingung für die Aufnahme deutscher Söldner sei hinzugekommen, daß die Freiwilligen nicht die SS-Tätowierung unter dem Arm haben dürfen. Nach ihrer Annahme werden die Rekruten nach Algier in das Lager Sidi-hel-Abbes gebracht, wo ihnen mit Sicherheit "jeder etwa noch vorhandene Rest eines nationalsozialistischen Fanatismus" ausgetrieben werde. Zugleich werden ihnen in der Sonne von Algier die Grundregeln der Fremdenlegion eingepaukt. die da lauten: Es gibt nur einen Beruf, den des Soldaten, und es gibt nur eine Sprache: Französisch! Für politische Gespräche stehen Tage Arrest in Aussicht. Eine noch immer geltende Tradition der Fremdenlegion ist die Achtung persönlicher Geheimnisse Man macht keinem der Rekruten Schwierigkeiten, wenn er falsche Papiere vorlegt oder einen falschen Namen angibt. Er kann aber auch seinen richtigen Namen angeben und um einen andern bitten. Nie wird es vorkommen, daß die Dienststellen der Fremdenlegion den wahren Namen preisgeben, selbst wenn Familie oder Polizei nach dem Söldner suchen.

Während des Krieges war die Organisation der Fremdenlegion aufgelöst, in der bis dahin deutsche Freiwillige das stärkste Kontingent stellten. Wenn "an den Zug hungriger Männer auf den Straßen Badens betrachtet, der sich nach Kehl am Rhein hinwendet, liegt die Vermutung nahe, daß es wieder in der Hauptsache Deutsche sein werden, die die neuen französischen Kaders fallen.

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