Von Swip

Ich ging wieder über die Felder, weil auf denfeuchten Tag ein trockener Abend gefolgt war und der Mensch beides, braucht: das Zuhausesein und das Draußensein, die Einkehr und die Betrachtung der Außendinge. Und da fügte es sich, daß mir der Schuster Bruz entgegenkam. Er hielt den grauen Kopf gesenkt und schien nichts von dem zu bemerken, was um ihn und michherum in allen Farben der guten Jahreszeit leuchtete, und er gewahrte mich erst, als wir dicht voreinander waren. "Glüdc mit dir, Bruz", sagte ich.

Und er antwortete: "Glüdc mit dir, Swip." Und er blieb stehen.

Und ich sah, daß seine Augen matt waren vom vielen Denken. "Was hast du, Bruz?" fragte ich. "Was bekümmert dich an diesem schönen Abend, an dem du aufatmen solltest? Denn du hast fleißig gearbeitet den ganzen Tag; ich habe die Schläge deines Hammers durch die Gasse hallen hören von früh an."

Und Bruz antwortete: "Ich denke an meine Kinder, Swip, und daran, daß sie so ganz anders sind als ich, obwohl sie doch Fleisch von meinem Fleisch sind."

"Wieso sind sie denn anders als du?" fragte ich.

"Sie denken nicht", antwortete der Schuster Bruz, ‚sie sinnen nur aufs Essen und Trinken und aufs Vergnügen, und sie mißachten meinen Rat und verlachen mich, weil ich es nicht weiter gebracht habe als zum Flickschuster."