Die deutschen Börsen, vor allem Hamburg, haben eine weitere Umsatzbelebung erfahren. Hamburg meldet Tagesumsätze von durchschnittlich 1 1/2 Mill. RM, Hier wurden in der letzten Woche zahlreiche Papiere mit beträchtlichen Summen umgesetzt, die längere Zeit nicht gehandelt vorden waren. Dazu gehören New York-Hamburger Gummi, die im September zuletzt mit 189 notiert worden waren und jetzt zu 198 umgingen. Das Wiedererscheinen dieses Papiers mag mit den Aussichten auf einen freien Welt-Gummimarkt im Januar nächsten Jahres zusammenhängen.

Die Kurse der führenden Aktien stiegen im allgemeinen weiter an Erst gegen Wochenende standen den Kursgewinnen auch einige leichte Rückgang? gegenüber. Auffallend ist, daß wiederum diejenigen Werke sich einer besonderen Beliebtheit erfreuen, die in der neu erschienenen Reparationsliste enthalten sind. Dazu ein Beispiel: Die Deutsche Waffen- und Munitions-AG soll demontiert werden. Ihre Aktie notierte in Hamburg in der vergangenen Woche noch 66 und erreichte jetzt 69. Ähnliches gilt für die Industrieobligationen. Die 4%igen Obligationen der Junkerswerke zogen, als das Unternehmen auf der Reparationsliste erschien, um 5 Punkte auf 45 an.

Eine Ausnahme von der allgemein freundlichen Tendenz macht der Bankenmarkt. Commerzbank-Aktien konnten zwar in Hamburg und Frankfurt auf 112 leicht anziehen, aber Deutsche und Dresdner Bank verloren mehrere Punkte und fielen in Frankfurt, auf 96, in Hamburg auf 94 bzw. 95. Reichsbankanteile verzeichneten an allen Börsen nur schwaches Geschäft. Der Kurs lautete in Frankfurt zuletzt 119, in Hamburg 120.

Auf dem Schwerindustriemarkt stand die Stahlvereinsaktie mit 145 1/2 im Mittelpunkt. Wie bei diesem Papier, werden, auch bei den meisten anderen Aktien jetzt in Hamburg und Frankfurt gleiche oder doch nahe beieinanderliegende Kurse verzeichnet. Das gilt zum Beispiel für Rheinische Stahlwerke mit 162% und Rheinmetall-Borsig mit 113. Besonders lebhaftes Geschäft und stärkere Gewinne verzeichnen die Aktien der Elektrogruppe. AEG erreichten in Hamburg wie in Frankfurt 133. Siemens-Stammaktien zogen auf 130 bzw. 131 an. Siemens-Vorzugsaktien wurden in Süddeutschland nicht notiert. In Hamburg lautet der Kurs 124%.

Auf dem Rentenmarkt konnten einige Ostpfandbriefe leichte Kursverbesserungen verbuchen. Die Schlußkurse lauten: Meininger Hypothekenbank A/O 90 1/2 J/J 90, Deutsche Centralboden J/J) 90, Preußische Centralboden 89. Die Pfandbriefe der Preußischen Landespfandbriefanstalt liegen mit 107 weiterhin an der Spitze der Ostpfandbriefe.