Bei der ersten Zusammenkunft der wissenschaftlichen Vertreter der Völkerkunde in Frankfurt am Main, die von Teilnehmern aus allen vier Zonen besucht wurde und an der auch die Direktoren der deutschen Museen für Völkerkunde teilnahmen, konnte festgestellt werden, daß die völkerkundlichen Sammlungen und Bibliotheken in Deutschland verhältnismäßig wenig von den Kriegsereignissen betroffen wurden Man beschloß, bei den einschlägigen Instanzen und Behörden darauf zu dringen, das Wissensgebiet der Völkerkunde in Schule und Hochschule mehr als bisher im Lehrbetrieb zu berücksichtigen, da völkerkundliches Wissen dazu beiträgt, das Verständnis zwischen den Völkern und Kulturen zu fördern, und damit eine völkerverbindende Aufgabe erfüllt. Ferner wurde beschlossen, daß die Museen für Völkerkunde und die sonstigen völkerkundlichen Sammlungen mehr als bisher dem Publikum zugänglich gemacht und propagiert werden sollten. Nicht nur – wechselnde Ausstellungen aus allen Gebieten und Ländern, sondern auch Wanderausstellungen sollen an Orten, an denen sich keine Museen befinden, völkerkundliches Verständnis verbreiten.

Am Schluß der Tagung wurde eine Erklärung angenommen, in der es heißt:

Die deutsche Völkerkunde hat in Zusammenarbeit und in friedlichem Wettbewerb mit Angehörigen der anderen Kulturnationen eine Fülle von Wissen über alle Völker der Erde zusammengetragen. Dieses Wissen gilt es heute in Deutschland für eine Vertiefung und Erweiterung unseres Weltbildes auf allen Stufen von Erziehung und Unterricht nutzbar zu machen und so die Bereitschaft zu Verständnis, Achtung und Einvernehmen mit den Völkern der Erde zu schaffen. c.

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Im Oldenburger Schloß wurde der Oldenburger Kulturbund zur Wahrung und Pflege von Volkstum, Kunst und Wissenschaft gegründet, der die landes- und stadteigenen Kulturinstitute fördern will, wie die Theater in Oldenburg und Wilhelmshaven, die Bibliotheken, Orchester und Museen.