Molotow erklärte auf der Sitzung der „Großen Fünf“, keinen der Änderungsvorschläge Großbritanniens, der USA und Chinas zum Vetorecht der Großmächte im Weltsicherheitsrat der UNO annehmen zu können. Da die andern Großmächte Molotows Gegenvorschlag ihrerseits nicht annehmen konnten, wurde entschieden, keine weiteren Besprechungen über dieses Thema unter den „Großen Fünf“ abzuhalten, sondern es wieder dem politischen Ausschuß der UNO zuzuweisen.

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Die Besprechungen des Rats der vier Außenminister über Deutschland sind auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Über die zur Debatte stehenden Punkte des italienischen Friedensvertrages, u. a. das Regierungsstatut von Triest und die Grenze Italiens, konnten die vier Außenminister keine Einigung in den Sitzungen der vergangenen Woche erzielen.

Im politischen Ausschuß der UNO wurde die Debatte über die Stärke der Auslandsstreitkräfte fortgesetzt, wobei Senator Conally (USA) auch Informationen über die Truppenstärke in der Heimat forderte und Außenminister Bevin die Frage im Zusammenhang mit der allgemeinen Abrüstung diskutiert haben wollte.

Die Vertreter Großbritanniens und der USA haben die Beratungen über die Vereinigung der britischen und amerikanischen Zone fortgesetzt. Ein Drei-Jahres-Plan bildete die Diskussionsgrundlage. Da in der Frage der Kostenverteilung der gemeinsamen Zonenverwaltung keine Einigung erzielt werden konnte, hat Außenminister Bevin die Entscheidung an die Regierung nach London verwiesen.

Wie der französische stellvertretende Außenminister Couve de Murville erklärte, sind für Frankreich die Festsetzung der deutschen Grenzen und eine Entscheidung über den politischen Aufbau Deutschlands die Voraussetzungen für die Herstellung der deutschen Wirtschaftseinheit.