Anläßlich einer Veranstaltung der Wirtschaftsvereinigung der Ernährungsindustrie in Hamburg machte Staatssekretär Passarge Ausführungen über die augenblickliche Ernährungslage. Er sagte, daß von einer Selbstversorgung unserer Zone keine Rede sei, vielmehr wiesen die wichtigsten Ernährungsgebiete so erhebliche Mängel auf, daß vor allem in den dicht besiedelten Gebieten bereits Hungersnot herrsche, der wir aus eigener Kraft nicht begegnen könnten. Dem Jahresbedarf von 3.5 Mill. t Getreide stehe eine eigene Ernte von 1.7 Mill. t. dem Kartoffelbedarf von 2.7 Mill. t eine Einernte von 2,2 bis 2.4 Mill. t gegenüber. An Fett würden 141 000 t gebraucht, während 128 000 t vorhanden seien; zur Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Zuteilung an Fleisch von 500 g je Person und Periode müßten 873 000 Rinder geschlachtet werden, das heißt 23 v. H. des gesamten Bestandes der über ein Jahr alten Rinder, Dieser verzweifelten Rohstoffsituation entspreche die Lage auf dem Gebiet der Hilfsstoffe. Eine Erleichterung erhoffe man von der Bildung des Zweizonenrats.